Nachhaltig direktvermarkten – so geht‘s

28 Juni 2022
Absatz

Anlässlich der diesjährigen Öko-Feldtage in Villmar stellte Franziska Böhm vom Beratungsteam „Erwerbskombinationen“ beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) aktuelle Trends in der Direktvermarktung vor.

„Nachhaltigkeit, Ressourcenschutz und Tierwohl sollten nicht bei der Ernte oder bei der Schlachtung des Tieres aufhören, sondern bis zum Verkauf an den Endkunden weiterverfolgt werden.“ Das ist die Auffassung von Franziska Böhm vom Beratungsteam „Erwerbskombinationen“ beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH). Die Expertin berät hessische Betriebe mit landwirtschaftlicher Direktvermarktung. Auf den diesjährigen Öko-Feldtagen im hessischen Villmar erläuterte sie aktuelle Trends der Direktvermarktung. Dazu zählen für sie: 

1. Erst verkaufen, dann zerlegen - das Crowdbutching

Das so genannte Crowdbutching - in Anlehnung an das Crowdfunding – erfreut sich wachsender Beliebtheit. Dabei wird das Tier (teilmobil) geschlachtet und verkaufsfertig zerlegt. Dies geschieht jedoch erst, wenn sich ausreichend Käufer für den gesamten Schlachtkörper gefunden haben.

2. Ware rund um die Uhr verfügbar haben - Warenautomaten aufstellen

Immer stärker wird von den Kunden landwirtschaftlicher Direktvermarkter gewünscht, die Ware rund um die Uhr erwerben zu können. Viele Betriebe haben deshalb in den letzten Jahren in einen Warenautomaten investiert. Das sind In den letzten Jahren etliche Betriebe in die Vermarktung über Warenautomaten am Hof oder einen günstig gelegenen Standort eingestiegen. 

3. Bargeldloses Bezahlen 

Bargeldloses Bezahlen ermöglicht Spontankäufe im Hofladen oder am Warenautomaten. 

4. Onlineshops und Verkaufsplattformen

Fleisch oder andere Produkte über den eigenen Online-Shop oder eine Verkaufsplattformen zu vermarkten, bietet die Chance, neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen. Der Onlinehandel verzeichnet in den letzten Jahren stetige Zuwächse und die Freude am bequemen Kauf von Waren im Onlineshop weitet sich auf den Lebensmittelbereich aus; im Jahr 2021 stieg der Umsatz des Lebensmittel-Online-Handels in Deutschland um 46 % auf 3,9 Mio. Euro an (Quelle: statista.com). 

5. Nachhaltiges Verpackungsmaterial verwenden

Um dem Kundenwunsch nach umweltfreundlichem Konsum zu entsprechen, nutzen viele Betriebe für den Versand mittlerweile nachhaltige Verpackungen und Isolierungen wie stroh- und hanfbasierte Verpackungen oder wiederverwendbare Kühlpacks bzw. -pads. 

6. Social Media nutzen

Die Direktvermarktung steht im Wettbewerb mit dem Lebensmitteleinzelhandel und den Discountern. Um das Bewusstsein für hochwertige regionale Lebensmittel und deren transparente Erzeugung bei den Konsumentinnen und Konsumenten zu erhöhen und die Kundschaft an den Betrieb zu binden, kommt Social Media-Plattformen und einem zeitgemäßen Marketing eine immer bedeutendere Rolle zu.

Bei den vielen interessanten Möglichkeiten der landwirtschaftlichen Direktvermarktung rät Franziska Böhm zum genauen Hinschauen. Landwirte sollten nicht jedem Trend hinterherlaufen, sondern genau überlegen, was zum eigenen Betrieb und den persönlichen Stärken und Idealen passt.

Text:
Cordula Moebius

Cordula Moebius

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Bild: Geflügelnews

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