Resistent gegen Vogelgrippe? Aktuelle Studie zeigt Wege der Zucht auf

28 März 2025
Biosicherheit
Vogelgrippe Resistenz

Wissenschaftler haben genetische Merkmale entdeckt, die bei Hühnern eine natürliche Resistenz gegen hochpathogene Vogelgrippeviren fördern könnten – ein möglicher Durchbruch für die Züchtung widerstandsfähiger Geflügelbestände.

Wissenschaftler des britischen Roslin Institute haben laut einem Bericht im International Journal of Molecular Sciences genetische Hinweise auf eine mögliche natürliche Resistenz von Hühnern gegen hochpathogene Vogelgrippeviren entdeckt. Diese Erkenntnisse könnten die Grundlage für die Züchtung von Geflügel liefern, das besser gegen Ausbrüche geschützt ist.

Neun Genbereiche könnten Immunität beeinflussen

In ihrer Studie analysierte das Team des Roslin-Instituts Blutproben von Hühnern, die einen schweren Ausbruch der Vogelgrippe im Jahr 2015 überlebt hatten. Diese Proben wurden mit denen von nicht infizierten, vermutlich anfälligen Tieren verglichen. Ziel war es, genetische Unterschiede zu identifizieren, die mit einer natürlichen Immunität gegen das Virus in Zusammenhang stehen.

Dabei konnten die Forscher neun verschiedene Bereiche im Hühnergenom identifizieren, in denen genetische Variationen offenbar eine Rolle bei der Immunantwort auf die Infektion spielen. Laut den Forschern deutet dies auf eine komplexe genetische Basis der Resistenz hin, da kein einzelnes Gen allein die Überlebensfähigkeit der Tiere erklären konnte.

ANP32A und andere Gene im Fokus der Forschung

Unter den entdeckten Genen befindet sich auch das bereits bekannte ANP32A, das mit der Immunreaktion auf die Vogelgrippe in Verbindung steht. Dies stützt die Annahme, dass auch die anderen identifizierten Gene eine bedeutende Rolle bei der Virusabwehr spielen könnten, wie das Roslin Institute mitteilt.

Der Hintergrund der Studie war ein Vogelgrippe-Ausbruch mit einer Sterblichkeitsrate von über 99 Prozent, der erheblichen wirtschaftlichen Schaden für die US-Geflügelindustrie verursachte. Die überlebenden Tiere lieferten den Forschern somit eine seltene Gelegenheit, genetische Faktoren der Resistenz zu untersuchen.

Laut den Autoren sind diese Erkenntnisse ein erster Schritt in Richtung einer gezielten Zucht resistenter Hühnerlinien. Eine solche Züchtung könnte langfristig helfen, die Geflügelbestände besser zu schützen und die wirtschaftliche Stabilität der Branche zu sichern.

One-Health-Ansatz: Schutz für Tier und Mensch

Da Ausbrüche der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI) weltweit zunehmen und sich auf immer mehr Tierarten ausbreiten, ist die Bedeutung solcher Forschung auch mit Blick auf den One-Health-Ansatz gewachsen. Die Ergebnisse könnten zukünftig auch Hinweise für den Gesundheitsschutz von Mensch und Tier liefern.

Die Forschungsarbeiten wurden in Zusammenarbeit mit Hy-line International (USA), der Iowa State University und Wissenschaftlern in Warschau durchgeführt. Finanziert wurde das Projekt unter anderem vom Iowa Egg Industry Center sowie vom britischen Biotechnologie-Förderprogramm BBSRC.

Geflügelnews
Bild: Adobe Stock_great19, Cordula Möbius
Quelle: Roslin-Institut

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