Im Kampf gegen die Vogelgrippe: Warum Lasersysteme für Geflügelhalter sinnvoll sind

30 März 2025
Biosicherheit
Lasergerät

Das Lasersystem bietet eine innovative Möglichkeit, Vögel von Geflügelbetrieben fernzuhalten, was als präventive Maßnahme gegen die Vogelgrippe sinnvoll sein kann, aber nicht garantiert, dass eine Infektion vollständig verhindert wird.

Ein Laserstrahl, der Vögel von Ihrem Hof vertreibt – könnte das eine Lösung sein, um die Vogelgrippe in Ihrem Betrieb zu verhindern? Tim Wissink und Corné Sweep von der Bird Control Group präsentierten ihr innovatives System auf dem Poultry Inspiration Day in Den Bosch. Die anwesenden Geflügelhalter zeigten großes Interesse.

Wie funktioniert das Lasersystem zur Vogelabwehr?

Die Idee dahinter ist simpel: Vögel nehmen bewegliche Objekte als Bedrohung wahr. Wenn Sie auf einen Vogel zugehen, wird er in der Regel davonfliegen – genau dieses Prinzip nutzt der Laser der Bird Control Group. Das Unternehmen hat bereits rund 5.000 Laser in 90 Ländern im Einsatz, darunter etwa 500 in den Niederlanden, von denen einige Dutzend in Geflügelbetrieben installiert sind. Doch nicht nur dort kommen sie zum Einsatz – auch Fußballstadien, Flughäfen, Weinberge und Ölplattformen nutzen das System zur Vogelabwehr.

„Unsere Lösung ist deutlich effektiver als visuelle Maßnahmen wie Drachen oder Lärm“, erklärt Wissink in Den Bosch. „Vögel gewöhnen sich schnell an statische Abschreckungen. Das ist hier nicht der Fall, da unser Laserstrahl sich ständig in einem variablen Muster bewegt. So wird eine Gewöhnung verhindert, ohne den Tieren zu schaden.“

Wie wirksam ist das System gegen die Vogelgrippe?

Doch kann ein solches System tatsächlich verhindern, dass die Vogelgrippe in einen Betrieb eingeschleppt wird? „Nein“, räumen Wissink und Sweep ein. Zwar können Vögel effektiv von den Hofanlagen ferngehalten werden, doch es gibt weitere Faktoren, die eine Infektion begünstigen. Infizierte Vögel könnten beispielsweise weiterhin Kot oder Federn auf dem Gelände hinterlassen, und auch Hygiene spielt eine große Rolle. Diese Aspekte wurden von den anwesenden Geflügelhaltern kritisch hinterfragt.

Die Universität Wageningen hat die Wirksamkeit des Lasersystems untersucht und ein Jahr lang einen niederländischen Geflügelbetrieb beobachtet. Das Ergebnis: Die Verweildauer von Vögeln auf dem Gelände war 617-mal kürzer als zuvor, und 98,2 Prozent der Vögel wurden erfolgreich vertrieben. Allerdings zeigte sich, dass bestimmte Arten wie Schwäne, Blässhühner und Greifvögel weniger auf den Laser reagieren.

Ein Geflügelhalter aus dem Publikum wollte wissen, ob die Vögel stattdessen einfach auf den Dächern der Nachbarn landen würden. Sweep verneinte dies nicht, betonte jedoch, dass der Laser gezielt nur auf das eigene Grundstück ausgerichtet werde und keine Beeinträchtigung für Nachbarn darstelle.

Kosten, Umsetzung und Erfahrungen aus der Praxis

Der Laser hat eine Reichweite von bis zu 500 Metern, nachts sogar noch weiter. „Allerdings kann er nur Flächen erfassen, die vom Standort aus sichtbar sind“, erklärt Sweep. „Je mehr Hindernisse oder tote Winkel vorhanden sind, desto mehr Geräte werden benötigt.“ Als Faustregel gilt: Ein Laser deckt 50.000 bis 70.000 Quadratmeter freie Fläche ab. Die Kosten für einen automatischen Laser inklusive Programmierung liegen bei über 12.000 Euro.

„Aber die meisten Geflügelhalter wissen, was es bedeutet, wenn der gesamte Bestand wegen eines Vogelgrippeausbruchs gekeult werden muss“, fügt Sweep hinzu.

Ein Geflügelhalter aus Friesland berichtete, dass sein Betrieb bereits viermal von der Vogelgrippe betroffen war. Um dem entgegenzuwirken, hat er inzwischen drei Laser installiert. „Ich bin nicht hier, um Werbung zu machen, aber für uns funktioniert es wirklich“, erklärte er überzeugt.

Für den Einsatz des Systems ist keine spezielle Genehmigung erforderlich – entscheidend ist lediglich, dass der Laser nur auf das eigene Gelände gerichtet bleibt.

Es gibt also keine Garantie, dass die Vogelgrippe dadurch vollständig verhindert werden kann. Doch das Lasersystem kann ein sinnvolles Element innerhalb eines umfassenden Schutzkonzepts sein – insbesondere in der Hochrisikozeit während des Vogelzugs.

Robert Hüsken
Bild: Bird Control Group

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