Eier bleiben teuer: Warum sich das Preisniveau in Süddeutschland kaum entspannt

05 Februar 2026
Eiermarkt
biolegehenn eier

Die Eierpreise verharren auf hohem Niveau – auch in Baden-Württemberg und Bayern. Nachfrage, Lieferengpässe und Ausbrüche der Aviären Influenza lassen den Markt kaum zur Ruhe kommen.

Versorgung blieb rund um den Jahreswechsel angespannt

Im Dezember und nach dem Jahreswechsel standen Eier nur eingeschränkt zur Verfügung. Die Lebensmittelindustrie benötigte große Mengen, gleichzeitig griffen auch viele Verbraucher verstärkt zu. Feiertage und logistische Engpässe erschwerten zusätzlich die Belieferung.

Nach einer kurzen Entlastung zog die Nachfrage rasch wieder an. Ein wesentlicher Grund: Der Großteil der deutschen Eierproduktion ist durch langfristige Verträge gebunden. Ware, die kurzfristig am Markt verfügbar ist, bleibt seit Monaten knapp.

Warum der Spotmarkt kaum Eier liefert

Freie Mengen schwanken, weil sich die Produktion nicht beliebig schnell ausweiten lässt. Wenn Betriebe umstallen, dauert es, bis aus Junghennen leistungsfähige Legehennen werden, die marktgerechte Größen und Stückzahlen liefern.

Zusätzlich belastet die Aviäre Influenza (AI) die Verfügbarkeit. Seit Anfang Januar treten in Deutschland wiederholt regionale Ausbrüche auf, vor allem in Mastbetrieben. In einigen Regionen wurde die Stallpflicht inzwischen wieder aufgehoben – Entwarnung gibt der Markt dennoch nicht.

Vogelgrippe-Fälle in Europa verschärfen die Lage

Auch im europäischen Umfeld sorgt die Tierseuche für Unsicherheit. Ende Januar traf es in Polen einen Betrieb mit rund 1,5 Millionen Tieren. In den Niederlanden wurde zudem ein Bestand mit etwa 44.000 Legehennen gekeult. Solche Ereignisse reißen Lücken in Lieferketten und wirken sich auf die Versorgungslage in mehreren Ländern aus.

Verbraucher akzeptieren hohe Preise

Trotz des Preisniveaus scheint sich der Markt stabilisiert zu haben. Viele Verbraucher nehmen die höheren Preise hin – auch weil Eier im Vergleich zu Fleisch weiterhin eine günstigere Eiweißquelle darstellen.

Preise in Baden-Württemberg und Bayern bleiben hoch

Im Dezember lagen die Packstellenabgabepreise für Schaleneier in der Region Süd (Baden-Württemberg und Bayern) im Durchschnitt bei:

  • 25,45 Euro je 100 Stück (Bodenhaltung, Größe L)
  • 24,35 Euro je 100 Stück (Freilandhaltung, Größe L)

Auch die Futtermittelkosten blieben stabil. Der Durchschnittspreis für Alleinfutter für Legehennen lag in Baden-Württemberg in den vergangenen Monaten bei etwa 37 Euro je Dezitonne.

Bio-Eier: Nachfrage steigt, Angebot bleibt knapp

Bio-Eier waren auch im Dezember 2025 stark gefragt. Die Versorgung blieb eng, obwohl Betriebe ihre Kapazitäten zuletzt stärker auslasteten.

Nach Angaben von Destatis wurden in den ersten elf Monaten 2025 rund 1,82 Milliarden Bio-Eier in Deutschland produziert. Das entspricht einem Anstieg um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Kombination aus hoher Nachfrage und knapper Ware führte zu festeren Preisen. Laut Erhebungen von AMI und MEG lagen die Bio-Preise im vierten Quartal 2025 ab Packstelle bei:

  • 32,72 Euro je 100 Eier (Größe L)
  • 31,98 Euro je 100 Eier (Größe M)

Bio-Eier der Gewichtsklasse S ließen sich ebenfalls besser vermarkten. Sie wurden im vierten Quartal 2025 im Schnitt für 26,52 Euro je 100 Eier gehandelt. Das entsprach einem Plus von 38 Cent gegenüber dem Vorquartal.

Ausblick: Für 2026 rechnen Experten mit festen Preisen

Für das Jahr 2026 erwarten Marktbeobachter weiterhin stabile bis steigende Preise – sowohl auf Erzeuger- als auch auf Verbraucherebene. Solange Vogelgrippe-Ausbrüche, Umstallungen und knappe Spotmarkt-Mengen den Markt prägen, bleibt eine spürbare Entspannung unwahrscheinlich.

Geflügelnews, Proplanta
Bild: Kristoffer Finn
Quelle: LEL Schwäbisch Gmünd

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