Bio-Geflügelhof in Zeeland: Edwin Thomaes‘ Erfolgsgeschichte
Edwin Thomaes führt seinen Bio-Geflügelhof mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit, Tierschutz und modernste Technik. Diese Kombination hat den Betrieb trotz Herausforderungen wie einem schwierigen Genehmigungsprozess und der Vogelgrippegefahr zu einem erfolgreichen Unternehmen gemacht.
Vom Ackerbau zum Bio-Geflügelhof: Ein Wandel mit Herausforderungen
Im Polder Biervliet in Zeeland führt Edwin Thomaes gemeinsam mit seiner Frau Marion einen modernen Bio-Geflügelhof. Der Betrieb begann als traditioneller Ackerbaubetrieb mit Rindern, doch mit der Zeit entwickelte er sich zu einem spezialisierten Geflügelhof mit 18.000 Bio-Legehennen. Thomaes, der sich mittlerweile mehr als Geflügelzüchter denn als Ackerbauer sieht, legt besonderen Wert auf Tierschutz, Nachhaltigkeit und Technologie. „Das Leben ist viel zu kurz, um etwas zu tun, das einen nicht glücklich macht“, erklärt Thomaes. „Und ich bin glücklich mit den Hühnern.“
Der Auslauf wird seit Ende Mai wieder genutzt und ist mit Kamille, verschiedenen Obstbäumen und Weiden bewachsen.
Die Hühner haben hier viel Platz: Unter den Obstbäumen und Weiden im Auslauf scharren sie, und seit Mai dürfen sie wieder ins Freie, nachdem die Stallpflicht aufgehoben wurde. Thomaes hält derzeit seine erste Herde weißer Bio-Legehennen (LSL weiß), die bis zu 100 Wochen bleiben können. Diese längere Nutzungsdauer verbessert sowohl die finanzielle Bilanz als auch die Nachhaltigkeit des Betriebs. Die weißen Hühner sind im Vergleich zu den zuvor gehaltenen braunen Hühnern etwas scheuer, doch die Vorteile wie die längere Haltung überwiegen laut Thomaes. „Die weißen Hühner sind eine positive Erfahrung“, sagt er.
Tierschutz, Technik und Nachhaltigkeit: Erfolgsfaktoren für Thomaes’ Bio-Geflügelbetrieb
Die Entscheidung für den Bio-Geflügelhof wurde auch durch den Westerscheldetunnel begünstigt, der 2003 den Zugang zum Rest der Niederlande deutlich vereinfachte. „Vor dem Tunnel gab es kein Interesse an Eiern aus Zeeuws-Vlaanderen“, so Thomaes. „Jetzt, nach dem Tunnel, schon.“ Der Tunnel hat den Transport von Eiern und Futtermitteln erheblich erleichtert und dazu beigetragen, dass mehrere Bio-Legehennenbetriebe in der Region entstanden sind. Auch Thomaes baute seinen Betrieb schrittweise aus, begann 2003 mit 9.000 Hühnern und vergrößerte sich auf 18.000, nachdem er einen langwierigen Genehmigungsprozess überwunden hatte.
Der ehemalige Geflügelstall beherbergt jetzt den Bereich für die Verpackung und Lagerung der Eier. Thomaes mag den Sanovo-Packer und den Meggbot.
Die Erweiterung seines Betriebs war nicht ganz einfach. Ein Nachbar hatte Einspruch erhoben, was zu mehreren Konsultationen führte. Schließlich kam es zu einer Vergleichsvereinbarung, die die Nutzung und mögliche Belästigungen regelte. „Es ist schwierig, dass Bürger auf dem Land so viel Einfluss auf einen Bauernhof haben“, kritisiert Thomaes, „sie haben sich doch selbst dafür entschieden, hier zu leben.“
Der Stall verfügt über ein Comfort 2.0 Volierensystem von VDL Jansen mit Tränken, Futtertrögen und Sitzstangen auf mehreren Ebenen für getrennte Bereiche.
Die Stalleinrichtung von Thomaes ist auf dem neuesten Stand der Technik. Der Stall ist in sechs Abteile unterteilt, dazu gibt es einen großzügigen Auslauf mit Alpakas, die auch zur Abschreckung von Raubvögeln und Füchsen beitragen. Dank moderner Technik, wie einem Klimacomputer von SKOV und einer Prozesssteuerung, kann Thomaes den Betrieb über sein Smartphone überwachen. Zudem sorgt eine Solarenergieanlage auf einem ehemaligen Rinderstall dafür, dass etwa 70 Prozent des Energiebedarfs gedeckt wird. Für die regelmäßige Reinigung des Stalls sorgt ein oberirdisches Kotband, das den Dung direkt in den Gülleschuppen transportiert.
Der Betrieb muss zahlreiche Anforderungen an die Bio-Geflügelhaltung erfüllen. Die Entwurmung der Tiere, eine oft kostenintensive Maßnahme, erfordert es, dass die Eier für sieben Tage als konventionell deklariert werden. Thomaes vermeidet dies, indem er auf natürliche Wurmbekämpfung setzt, etwa mit Kräuterextrakten im Futter. Das Futter wird mit Zusatzstoffen wie Oregano angereichert, um die Verdauung zu fördern und die Futteraufnahme zu steigern.
Die Zukunft im Blick: Wie sich Edwin Thomaes‘ Bio-Geflügelhof weiter entwickelt
Angesichts der Vogelgrippegefahr hat Thomaes eine spezielle Versicherung abgeschlossen, die ihn gegen Leerstandskosten und zusätzliche Ausgaben absichert. Da die Region ein Geflügelschutzgebiet ist und viele Wasservögel in den nahegelegenen Naturschutzgebieten leben, stellt dies ein erhebliches Risiko dar. Thomaes hat zudem präventive Maßnahmen ergriffen, um Krankheiten und Schädlinge wie Ratten zu vermeiden. „Vorbeugen ist besser als heilen“, betont er.
Mit 60 Jahren sieht Thomaes nun einen Wendepunkt in seiner Karriere. Da sein Sohn sich für das Ingenieurwesen entschieden hat und das Unternehmen nicht übernehmen wird, arbeitet er an der Zukunft des Betriebs, auch wenn noch unklar ist, wie diese konkret aussehen wird. „Es ist ein Prozess. Wir arbeiten an der Zukunft des Unternehmens, aber man muss sich auch die Zeit nehmen, darin zu wachsen“, erklärt er. Trotz dieser Unsicherheit bleibt Thomaes optimistisch und zufrieden mit seiner Arbeit. „Ich bin glücklich mit den Legehennen. Das ist schließlich das Wichtigste“, sagt er abschließend.
Geflügelnews
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Monique van Loon
Quelle:
Monique van Loon
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