Die Vogelgrippe breitet sich in Europas Geflügelbeständen weiter aus. Besonders stark betroffen ist Polen. Dort stieg die Zahl der H5N1-Ausbrüche innerhalb weniger Wochen massiv an. Millionen Tiere sind betroffen. Gleichzeitig treiben mehrere Länder Impfstrategien voran, um die Seuche langfristig einzudämmen.
Polen bleibt Europas Zentrum der Vogelgrippe
Polen verzeichnet weiterhin die meisten Ausbrüche der hochpathogenen aviären Influenza in Europa ist auf der Plattform WattPoulty zu lesen. Nach Angaben der obersten Veterinärbehörde wurden allein bis zum 19. Mai weitere 26 Fälle in Geflügelbetrieben bestätigt.
Damit steigt die Zahl der Ausbrüche im laufenden Jahr auf 140. Rund 9,65 Millionen Nutzvögel waren bislang direkt betroffen.
Seit der letzten Lagebewertung entdeckten die Behörden das Virus in zehn weiteren Beständen. Die betroffenen Betriebe hielten zwischen 4.300 und 65.000 Tiere. Besonders häufig traf es Mastputen. Weitere Fälle betrafen Hühner-, Enten- und Gänsehaltungen.
Die Hälfte der neuen Ausbrüche registrierte Polen in der Provinz Großpolen. Weitere Fälle meldeten die Regionen Lublin, Masowien sowie Ermland-Masuren.
Europa zählt mehr als 300 H5N1-Ausbrüche
Nach Daten der Europäischen Kommission registrierten 16 europäische Staaten seit Jahresbeginn insgesamt 303 HPAI-Ausbrüche in gewerblichen Geflügelbeständen. Alle bekannten Fälle stehen mit dem H5N1-Virus in Verbindung.
Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl zwar niedriger. 2025 meldeten 23 Länder insgesamt 729 Ausbrüche. Dennoch bleibt die Lage angespannt.
Neben Polen bestätigten zuletzt auch Frankreich und die Niederlande neue Fälle. Deutschland folgt mit 39 Ausbrüchen hinter Polen auf Platz zwei der am stärksten betroffenen Länder. Frankreich und Italien meldeten jeweils 19 Fälle, die Niederlande 17.
Frankreich meldet neue Fälle trotz Impfpflicht
In Frankreich trat der jüngste Ausbruch in einem Entenbestand mit rund 12.000 Tieren in der Region Okzitanien auf. Die Tiere waren gegen Vogelgrippe geimpft. Bereits die beiden vorherigen Ausbrüche seit April betrafen ebenfalls geimpfte Entenbestände.
Frankreich hatte im Oktober 2023 eine verpflichtende Impfung für gewerblich gehaltene Enten eingeführt. Dennoch registrierte das Landwirtschaftsministerium seit August vergangenen Jahres bereits 124 betroffene Geflügelbetriebe.
Niederlande setzen verstärkt auf Impfungen
Die Niederlande treiben ihre Impfstrategie gegen H5N1 weiter voran. Das Landwirtschaftsministerium arbeitet an einer verpflichtenden Impfung für Legehennen.
Nach Angaben der Regierung zeigten erste Feldversuche mit kommerziellen Impfstoffen positive Ergebnisse. Impfungen senkten das Risiko von Ausbrüchen deutlich, wenn Betriebe gleichzeitig streng kontrollierten und konsequente Biosicherheitsmaßnahmen einhielten.
Zusätzlich verschärften die Niederlande die Biosicherheitsregeln. Seit März 2025 müssen alle gewerblichen Geflügelbetriebe einen verbindlichen Biosicherheitsplan vorlegen.
Nordirland lockert Schutzmaßnahmen
Während viele Länder ihre Schutzmaßnahmen ausbauen, hebt Nordirland erste Einschränkungen wieder auf. Die Präventionszone gegen aviäre Influenza endete dort am 15. Mai.
Damit dürfen auch Geflügelveranstaltungen wieder stattfinden, sofern die Veranstalter die behördlichen Vorgaben einhalten. Zuvor hatte die Weltorganisation für Tiergesundheit Nordirland offiziell als frei von HPAI-Infektionen anerkannt.
Auch Wildvögel bleiben stark betroffen
Nicht nur Geflügelbestände kämpfen mit der Vogelgrippe. Europaweit registrierten Behörden bis zum 20. Mai insgesamt 2.508 H5N1-Fälle bei Wildvögeln in 31 Ländern.
Deutschland weist mit 1.456 Fällen die höchste Zahl auf. Es folgen Polen, Dänemark, Belgien und die Niederlande.
Auch in Finnland bleibt das Virus aktiv. Dort testeten Behörden in diesem Jahr bislang elf Wildvögel positiv auf H5N1. Zusätzlich traten bereits Infektionen bei Säugetieren auf.




































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