KFC baut seine Beschaffung in Großbritannien deutlich aus. Der Fast-Food-Konzern reagiert auf angespannte Lieferketten, steigende Nachfrage und höhere Tierwohlansprüche. Britische Geflügelbetriebe erhalten dadurch neue Absatzchancen.
Mehr britisches Hähnchen bis 2026
KFC UK & Ireland will den Anteil heimischer Ware spürbar erhöhen. Bis Ende 2026 sollen rund 35 Prozent des verkauften Hähnchenfleischs aus britischer Produktion stammen. Die jährliche Beschaffung steigt damit auf 82.700 Tonnen.
Das Unternehmen plant, seine Ausgaben für britisches Hähnchen auf knapp 100 Millionen Pfund pro Jahr zu erhöhen – umgerechnet rund 114,8 Millionen Euro. Erstmals will KFC auch Hähnchenflügel aus britischen Betrieben beziehen. Allein im vergangenen Jahr verkaufte die Kette im Vereinigten Königreich mehr als 164 Millionen Flügel.
Lediglich Hähnchenbrust importiert KFC weiterhin. Die heimische Produktion deckt diesen Bedarf bislang nicht.
Ausbau der Partnerschaft mit 2 Sisters
Die Ausweitung der Beschaffung erfolgt im Rahmen einer vertieften Zusammenarbeit mit der 2 Sisters Food Group, einem der größten Geflügelverarbeiter des Landes. Zudem arbeitet KFC unter anderem mit Pilgrim’s Europe zusammen.
Nach Unternehmensangaben stammt das britische Geflügel ausschließlich von Betrieben, die unabhängige Standards erfüllen und überprüfen lassen.
KFC verschärft Tierwohlvorgaben
Parallel zur höheren Inlandsquote hebt KFC die Anforderungen an die Haltung an. Künftig soll sämtliches britisches Hähnchenfleisch bei einer maximalen Besatzdichte von 30 Kilogramm pro Quadratmeter erzeugt werden. Das bedeutet rund 20 Prozent mehr Platz als im Branchenstandard üblich.
Zudem müssen die Ställe Tageslicht bieten und Beschäftigungsmaterial bereitstellen. Damit reagiert das Unternehmen auf gesellschaftliche Erwartungen und regulatorische Entwicklungen.
Marc Hayes, Chief Supply Chain Officer Europe bei Yum!, betont, man wolle britische Landwirte gezielt unterstützen und den Anteil heimischer Ware nachhaltig steigern.
Reaktion auf Vogelgrippe und steigende Nachfrage
Die Branche steht unter Druck. Ausbrüche der Vogelgrippe verknappen das Angebot, während die Nachfrage wächst. In dieser Phase setzt KFC auf engere Kooperation mit seinen Lieferanten.
Ranjit Singh, Präsident der 2 Sisters Food Group, wertet die neuen Beschaffungspläne als klares Signal für die Zukunft der britischen Landwirtschaft. Die Investitionen stärkten die Betriebe und förderten eine Produktion, die sowohl Verbraucherwünsche als auch höhere Tierwohlstandards erfülle.
Mit dem Schritt verbindet KFC wirtschaftliche Interessen und agrarpolitische Signale. Das Unternehmen sichert sich Rohware, stärkt Partnerbetriebe – und positioniert sich zugleich als Förderer höherer Standards im Markt.




































Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.