Ansicht des Flusses Wye
In Großbritannien formiert sich eine der größten Umweltklagen der Geschichte: Rund 4.000 Menschen werfen Geflügelbetrieben und einem Wasserversorger vor, drei Flüsse massiv verschmutzt zu haben. Die Kläger fordern Entschädigung und eine umfassende Reinigung der betroffenen Gewässer.
London: Größte Umweltklage Großbritanniens gegen Geflügelbetriebe erwartet
In London könnte im kommenden Jahr die bislang größte Umweltklage des Landes verhandelt werden. Rund 4.000 Kläger ziehen gegen mehrere Geflügelunternehmen und ein Wasserversorgungsunternehmen vor Gericht. Hintergrund ist die massive Verschmutzung von drei Flüssen in Mittelengland.
Nach einem Bericht der BBC handelt es sich um das umfangreichste Verfahren dieser Art, das jemals in Großbritannien eingereicht wurde. Die Kläger machen große Geflügelproduzenten sowie den Wasserversorger Welsh Water für die Verschmutzung der Flüsse Wye, Lugg und Usk verantwortlich. Sie werfen den Unternehmen vor, die Wasserqualität durch den übermäßigen Eintrag von Hühnermist sowie durch Abwassereinleitungen erheblich geschädigt zu haben.
Kläger fordern Entschädigung und Reinigung der Gewässer
Die verschmutzten Gewässer hätten laut Klageschrift gravierende Folgen für die regionale Wirtschaft, den Immobilienmarkt und die Freizeitnutzung der Anwohner. Zu den Klägern zählen sowohl Anwohnerinnen und Anwohner als auch Umweltorganisationen. Sie verlangen finanzielle Entschädigung und verpflichtende Maßnahmen zur Reinigung der betroffenen Flüsse.
Die Unternehmen Avara Foods, Freemans of Newent und Welsh Water wiesen die Vorwürfe zurück.
Belastung durch Geflügelhaltung in der Region
Die betroffenen Flüsse gelten als ökologisch wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Durch die intensive Geflügelproduktion in der Region seien jedoch hohe Konzentrationen von Phosphor, Stickstoff und Bakterien ins Wasser gelangt. Die Kläger sehen in dem Verfahren eine der letzten Möglichkeiten, gegen ihrer Ansicht nach unzureichende Kontroll- und Schutzmaßnahmen der Behörden vorzugehen.

































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