Vogelgrippe Mitursache: Viele tote Schwäne an der Ostsee

18 Februar 2026
Biosicherheit
tote schwäne an der ostsee

Am Großen Jasmunder Bodden, Insel Rügen, spielt sich eine dramatische Naturkatastrophe ab: Mehrere tausend Schwäne sind erfroren und verhungert, nachdem das Eis der Ostsee sie gefangen hielt. Laut Friedrich-Loeffler-Institut kann auch eine Infektion mit der Vogelgrippe Mitursache sein.  

Mehrere tausend tote Schwäne liegen noch im Eis und an den Ufern des Großen Jasmunder Bodden, schätzt Tom Zimpel, Gemeindevertreter der Gemeinde Sagard auf der Insel Rügen (Mecklenburg-Vorpommern). Er ist gemeinsam mit freiwilligen Helfern täglich dabei, die verendeten Wasservögel in der Umgebung aufzusammeln, die sich aus der zugefrorenen Ostsee nicht selbstständig befreien konnten und im Eis auf tragische Weise verhungert sind. „Das ist ein Anblick, der niemanden unberührt lässt“, so Zimpel. Vergangene Woche habe man ungefähr 180 tote Schwäne von der zuständigen Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgen lassen.

Zimpel geht davon aus, dass sich im Großen Jasmunder Bodden mehrere tausend tote Schwäne befinden. Die Fläche, verbunden mit den umliegenden Gewässern, beträgt nämlich mehr als 90 Quadratkilometer. Auch viele andere Wasservögel sind verendet. 

Vogelgrippe im Verdacht: Das sagen Experten 

Wie viele verendete Tiere durch Nahrungsmangel geschwächt waren und wie viele an der Vogelgrippe gestorben sind, kann niemand exakt beurteilen. Dr. Carola Wolf, Veterinärin und Epidemiologin am Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALFF) Rostock und ihr Team untersuchen regelmäßig Stichproben toter Wasservögel, die sie von den Veterinärämtern erhalten. Es habe sich gezeigt, dass es darunter immer wieder an dem H5N1-Virus infizierte Tiere gebe.

Prof. Timm Harder, Laborleiter des Nationalen Referenzlabors für Aviäre Influenza am Friedrich-Loeffler Institut, Greifswald-Insel Riems, sieht eine Konzentration des Vogelgrippe-Virus im Moment bei Schwänen, großen Gänsearten und Greifvögeln. „Bei den Schwänen handelt es sich meistens um eine Kombination aus Nahrungsmangel und Influenza, die bei den Tieren zum Tod führt“, so Prof. Harder.

Astrid Wiebe, Bauernzeitung
Bild: Tom Zimpel

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