Zu Beginn des aktuellen Vogelgrippe-Geschehens in Deutschland im vergangenen Herbst sind sehr viele Kraniche an der Seuche verendet. An Rastplätzen entlang der Zuglinien in den Süden wurden sie zu Hunderten aufgesammelt und entsorgt. Auch Sachsen-Anhalt war stark betroffen. Dort sorgt man sich jedoch nicht um die Population im Land.
Im vergangenen Herbst schreckten die vielen Meldungen über tote Kraniche auf, die an verschiedensten Stellen in Deutschland an der Vogelgrippe verendet waren. So mussten etwa am Stausee Kelbra in Sachsen-Anhalt, der ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel ist, mehrere hundert tote Kraniche aufgesammelt und entsorgt werden.
Kranichbestand wächst seit Jahren
Dort in Sachsen-Anhalt macht man sich jedoch keine Sorgen um den Kranichbestand. Laut einer Meldung im Mitteldeutschen Rundfunk, MDR, ist in Sachsen-Anhalt der Kranich-Bestand im vergangenen Jahr auf rund 1.100 Brutpaare gestiegen - trotz der vielen toten Tiere durch die Vogelgrippe. "Wir haben sowohl in Sachsen-Anhalt als auch deutschlandweit seit vielen Jahren kontinuierlich steigende Kranichbestände", sagte der Leiter der Landesarbeitsgemeinschaft Kranichschutz, Axel Schonert.
In den 1990er-Jahren sei der Kranich noch so selten gewesen, dass die wenigen Nester im Norden und Osten des Landes von Naturschützern rund um die Uhr bewacht wurden. Die meisten in Ostdeutschland beheimateten Kraniche würden heute nicht mehr nach Afrika fliegen, sondern infolge des Klimawandels in Zentralspanien oder Frankreich überwintern oder sogar in Deutschland bleiben. Der Kranichexperte geht davon aus, dass die Geflügelpest wenig Auswirkungen auf die Population haben werde. Genau werde man es aber erst wissen, wenn im Frühjahr die Brutplatzzählung Klarheit bringe.

































Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.