Geflügelbranche 2025: Vogelgrippe und Rohstoffpreise drücken weltweit die Stimmung

10 Juni 2025
Biosicherheit
Hähnchen global

Die globale Geflügelbranche steht 2025 durch Vogelgrippe und hohe Produktionskosten unter Druck, setzt aber zunehmend auf Technik und Nachhaltigkeit.

Die globale Umfrage 2025 von WATT Global Media zeigt: Das Vertrauen im Geflügelsektor hat abgenommen. Nur noch 51 % der Unternehmen erwarten steigende Rentabilität, verglichen mit 55 % im Vorjahr. 15 % der Befragten sehen sogar schlechtere Zukunftsaussichten. An der Erhebung nahmen 300 Personen teil, überwiegend Fachleute wie Tierärzte, Berater und Ernährungswissenschaftler. 18 % stammen direkt aus der Viehzucht oder führen einen Geflügelbetrieb.

Geflügelbetriebe kämpfen 2025 mit Vogelgrippe und wirtschaftlichen Folgen
Laut WATT Global Media litten 24 % der Befragten unter erheblichen wirtschaftlichen Schäden durch die hochpathogene aviäre Influenza (HPAI). Als Reaktion wollen 49 % ihre Biosicherheitsmaßnahmen verstärken – deutlich mehr als 38 % im Vorjahr. Maßnahmen sind u.a. strengere Hygieneregeln zwischen Betrieben (58 %), bessere Schulungen zur Krankheitsübertragung (42 %) und neue Schutzstrategien (35 %). Für 17 % reduzierte HPAI die Produktion um 10 bis 50 %. 35 % geben an, dass HPAI ihre Entscheidungen 2025 stark beeinflusst.

Kosten für Rohstoffe und Energie bleiben herausfordernd

76 % der Befragten sehen in hohen Rohstoffpreisen eine der größten Herausforderungen für 2025. Die Bedeutung der Lebens- und Futtermittelsicherheit hat ebenfalls zugenommen. Für 64 % ist sie „sehr wichtig“, was WATTpoultry mit dem Fokus auf Biosicherheit erklärt. Energiepreise sind 2025 zwar für 59 % noch ein Problem, aber weniger als im Vorjahr (68 %). Weitere Kostentreiber sind Futtermittelzusätze (59 %), eingeschränkte Verfügbarkeit von Zutaten (55 %) und gestörte Lieferketten (54 %). Handelskonflikte sehen 90 % der Befragten als eine Ursache.

Trotz dieser Belastungen erwarten 46 % der Befragten ein Wachstum der Futtermittelproduktion bis 2025. Nur 4 % rechnen mit einem Rückgang.

Technologie, Nachhaltigkeit und KI gewinnen im Stall an Bedeutung

Laut WATTpoultry beeinflussen Umweltaspekte zunehmend die Entscheidungen der Branche. 15 % sehen darin den größten Einfluss auf Futterzusammensetzung und -kosten. 39 % haben ihre Rezepturen zur besseren Nährstoffverwertung angepasst, 32 % nutzen Zusätze zur Emissionsminderung.

Technologiegetriebene Investitionen konzentrieren sich auf Rückverfolgbarkeit (42 %), Echtzeitanalyse (34 %), Gesundheitsmonitoring (33 %) und Präzisionsfütterung (29 %). 21 % setzen auf KI-basierte Futtermittelformulierung.

Antibiotikafreie Produktion steigt – Kokzidiose bleibt Problem

92 % der Betriebe praktizieren 2025 zumindest teilweise eine antibiotikafreie Produktion – ein Anstieg gegenüber 83 % im Vorjahr. Ein Drittel verzichtet komplett auf Antibiotika. Herausforderungen bestehen weiterhin: 40 % beklagen hohe Kosten für Zusätze, 37 % berichten von uneinheitlichen Ergebnissen. Probleme bereiten auch die Prävention und Behandlung von Kokzidiose (33 %) und nekrotischer Enteritis (32 %).

Zunehmender Einsatz von Alternativen zu Antibiotika

Zur Wachstumsförderung setzen die Betriebe verstärkt auf Probiotika (74 %) und organische Säuren (68 %), gefolgt von Präbiotika (61 %) und Enzymen (59 %). Skeptischer sind sie bei funktionellen Fasern (44 %) und Hefeprodukten (35 %). Der Einsatz von Probiotika, Mykotoxinbindern, phytogenen Zusätzen und Präbiotika wird 2025 weiter steigen. Nur wenige nutzen Buttersäure (29 %) oder Hefezellwandprodukte (27 %). Ein Drittel der Betriebe berichtet über zunehmende Fälle von Kokzidiose und nekrotischer Enteritis nach dem Verzicht auf Antibiotika.

Geflügelnews
Bild: AdobeStock_Polawat
Quelle: WATTPoultry, Reinout Burgers

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