Die EU hat wegen des ersten Vogelgrippe-Ausbruchs in Brasilien einen umfassenden Geflügelimportstopp verhängt, da kein Regionalisierungsabkommen besteht.
Nach dem ersten bestätigten Ausbruch der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) in Brasilien hat die Europäische Union sämtliche Geflügelimporte aus dem südamerikanischen Land gestoppt. Das teilte ein Sprecher der EU-Kommission auf Anfrage mit. Grund für das Importverbot ist das fehlende Regionalisierungsabkommen zwischen der EU und Brasilien.
Fehlendes Regionalisierungsabkommen für zu Stopp für ganz Brasilien
Solange eine solche Vereinbarung nicht besteht, kann Brasilien keine Gesundheitszertifikate für bestimmte Regionen ausstellen. Deshalb gilt der Einfuhrstopp pauschal für das gesamte brasilianische Staatsgebiet – unabhängig davon, ob der Ausbruch lokal begrenzt ist. Der Importstopp betrifft sowohl lebendes Geflügel als auch sämtliche Geflügelprodukte.
Wie das brasilianische Agrarministerium am 16. Mai mitteilte, wurde das HPAI-Virus erstmals auf einem Betrieb im Bundesstaat Rio Grande do Sul nachgewiesen. Brasilien galt bislang als frei von der Tierseuche und ist der weltweit größte Produzent von Geflügelfleisch. Der EU-Importstopp stellt daher eine bedeutende Zäsur im internationalen Geflügelhandel dar.
Chinas Reaktion: Neuer Geflügel-Deal steht auf der Kippe
Auch andere Handelspartner reagieren: Für Exporte nach China dürften ebenfalls umfassende Einschränkungen gelten, da auch hier kein Regionalisierungsabkommen mit Brasilien besteht. Besonders brisant ist das, weil erst vor wenigen Tagen ein Kooperationsabkommen zwischen beiden Ländern unterzeichnet wurde. Darin hatte China angekündigt, seinen Markt für brasilianische Geflügelprodukte wie Enten- und Putenfleisch sowie Hühnerinnereien weiter zu öffnen.
Brasilien unterhält bisher nur mit Japan, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den Philippinen entsprechende Abkommen, die gezielte Exportfreigaben ermöglichen würden.
Laut brasilianischem Agrarministerium ist bislang kein weiterer HPAI-Fall bestätigt worden. Allerdings werde ein Verdachtsfall im Umfeld des betroffenen Betriebs aktuell untersucht.




































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