Drohnen können dazu beitragen, tote oder kranke Wildvögel frühzeitig zu identifizieren und damit die Ausbreitung der Vogelgrippe zu begrenzen. Das zeigen Untersuchungen von Sovon Bird Research Netherlands und dem Ökologen Eelke Folmer von Lumax Ecological Analytics, wie Sovon auf Nature Today berichtet.
Drohnen liefern wertvolle Daten – fast ohne Störung
Die Vogelgrippe tritt inzwischen ganzjährig bei Wildvögeln auf. Ein Verschwinden des Virus gilt als unwahrscheinlich, weshalb laut Sovon der Fokus auf schneller Erkennung und Eindämmung neuer Ausbrüche liegen sollte. Drohnen ermöglichen hierbei einen effektiven Überblick über Brutkolonien, ohne diese stark zu stören.
Ein Bestandteil des Intensivierungsplans „Prävention der Vogelgrippe bei Wildtieren“ ist die gezielte Überwachung sowie die Beseitigung toter Vögel. Ziel ist es, schwerwiegende Folgen von Ausbrüchen zu minimieren und die Überwachung in der freien Natur zu verbessern.
Gerade bei Wasservögeln, deren Brutplätze oft schwer zugänglich und von Wasser umgeben sind, stoßen klassische Überwachungsmethoden an ihre Grenzen. Ein Besuch durch Forscher kann zudem die Tiere stören. Hier bieten Drohnen eine Alternative: Sie ermöglichen eine Beobachtung aus der Luft, bei minimaler Beeinträchtigung der Kolonien.
KI erkennt tote Vögel und Brutplätze aus der Luft
Im Jahr 2024 wurde ein entsprechendes Pilotprojekt durchgeführt, bei dem Lachmöwen- und Flussseeschwalbenkolonien per Drohne überwacht wurden. Dabei kamen maschinelle Lernmodelle zum Einsatz, die verschiedene Vogelarten, Küken und tote Tiere erkennen können. Geflogen wurde in 20 bis 40 Metern Höhe. Die verwendete Drohne war leicht, klein und leise, was Störungen reduzierte. Die dabei erstellten Karten erreichten eine räumliche Genauigkeit von 1 bis 2 Zentimetern.
Da die Modelle im Pilotjahr noch nicht zuverlässig zwischen lebenden, toten und kranken Tieren unterschieden, wurden die Bilder manuell beschriftet, um das Training der KI zu verbessern. Auch Jungtiere, die zu Beginn der Brutzeit gut erkennbar waren, wurden in das System aufgenommen. Die Erkennung verschiedener Arten war ebenfalls Bestandteil des Modells.
Ziel des Projekts ist es auch, durch die Auswertung der Bilddaten Rückschlüsse auf das Vorhandensein von Vogelgrippe ziehen zu können. Um die Ergebnisse schnell verfügbar zu machen, wurde ein Online-Portal entwickelt, das die gesamte Datenverarbeitung in der Cloud abwickelt. Der Pilot befindet sich aktuell in der Endphase. Die eingesetzten Werkzeuge sollen künftig einem breiteren Nutzerkreis wie Standortleitern zur Verfügung gestellt werden, so Sovon Vogelonderzoek Nederland.
































Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.