Braunleger oder Weißleger? Welche Henne passt zum Betrieb?

23 Februar 2025
Brüterei
LLH Bild

Von links nach rechts: Inga Garrelfs, Burghardt Klein, Philipp Hedtrich, Malte Wolter, Prof. Dr. Rudolf Preisinger, Peter Schubert, Tobias Ferling, Dr. Christiane Keppler, Michael Däuber

Am 12. Februar 2025 veranstaltete der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) ein Seminar zu aktuellen Entwicklungen in der Legehennenhaltung. Unter dem Titel „Braunleger oder Weißleger? Geschlechtsbestimmung oder Bruderhahnaufzucht?“ ging es darum, Betriebsleitern Entscheidungshilfen für die Wahl der passenden Hennen und Vermarktungsstrategien zu geben.

Zum Auftakt stellte Dr. Christiane Keppler vom LLH zentrale betriebliche Einflussfaktoren vor. Sie blickte zunächst auf die letzten zehn Jahre zurück und erinnerte daran, dass die Diskussion über das Kükentöten und dessen Verbot in Hessen begann. Grund dafür war die dort ansässige, damals größte Brüterei Deutschlands in Dieburg bei Darmstadt. Um Alternativen zu finden, wurden staatliche Gelder in die Erforschung der In-ovo-Geschlechtsbestimmung investiert.

Hintergrund: Verbot des Kükentötens in Deutschland

Im Jahr 2021 trat eine Gesetzesänderung in Kraft, die das Kükentöten ab 2022 untersagte. Ab 2024 durfte die Geschlechtsbestimmung im Ei nur noch bis zum siebten Bruttag erfolgen. Eine Expertenanhörung ergab jedoch, dass es weder ausreichende Kapazitäten für die Bruderhahnaufzucht noch praxistaugliche Methoden für eine frühere Geschlechtsbestimmung gab. Daraufhin initiierte die Bundesregierung ein Forschungsprojekt (2021–2023) zum Schmerzempfinden von Embryonen. Die Ergebnisse zeigten, dass ein Schmerzempfinden erst ab dem 13. Bruttag einsetzt, wodurch eine Geschlechtsbestimmung bis zum 12. Tag als ethisch vertretbar gilt. Parallel dazu entwickelten sich sowohl die Bruderhahnaufzucht als auch die In-ovo-Technologien weiter und etablierten sich am Markt.

Marktentwicklung: Krisen beeinflussten die Legehennenhaltung

Die Marktentwicklung seit 2020 war von mehreren Krisen geprägt. Während der Corona-Pandemie nahm die Direktvermarktung von Eiern, insbesondere im Bio- und Mobilstallbereich, zu. Der Ukraine-Krieg führte jedoch zu steigenden Futtermittelpreisen, wodurch die Nachfrage nach teureren Eiern wieder zurückging. Dies hatte erhebliche Auswirkungen auf den Markt für Junghennen und Eier.

Hochleistungshybriden: Mehr Eier, längere Haltungsdauer

Ein weiterer bedeutender Trend der vergangenen zehn Jahre ist die Leistungssteigerung bei Hochleistungshybriden. Während Hennen im Jahr 2014 noch 296–305 Eier pro Jahr legten, waren es 2021 bereits 312–329 Eier. Auch die Legepersistenz verbesserte sich deutlich: Die Haltungsdauer verlängerte sich von 72 auf bis zu 100 Wochen, wodurch weniger Küken und Junghennen benötigt werden.

Heute bieten Zuchtfirmen wie Lohmann Breeders und Hendrix Genetics Hochleistungshybriden an, die in 100 Wochen bis zu 482 Eier legen. Dies führt zunehmend zur Bevorzugung von Weißlegern, da sie eine bessere Futterverwertung aufweisen.

Dr. Keppler betonte, dass neben der Futterverwertung und der Legeleistung auch die Gesundheit der Tiere während dieses Zeitraums entscheidend ist. Wichtig sei, wie gut die Hennen das angebotene Futter nicht nur für die Eiproduktion, sondern auch für ihre eigene Vitalität nutzen können. Zudem hänge die Wahl der Hennenherkunft von der gewünschten Eigröße ab, die zur Vermarktungsstruktur des Betriebs passen muss.

Text:
Cordula Moebius

Cordula Moebius

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Bild: Dieter Theyssen

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