Salmonellen bleiben ein Risiko für Legehennenbetriebe. Deshalb setzen viele Betriebe inzwischen auf eine Impfung über das Trinkwasser während der Legeperiode. Doch kleine Fehler können den Schutz zunichtemachen. Ein Geflügeltierarzt warnt: Schon geringste Chlormengen im Wasser zerstören den Lebendimpfstoff sofort.
Impfung während der Legeperiode
Die Eierpackstelle Gebroeders Van Beek aus Wehl organisierte kürzlich ein Webinar zur Salmonellenimpfung über das Trinkwasser. Hintergrund ist die Entwicklung in der Legehennenhaltung: Hennen bleiben heute deutlich länger im Bestand. Dadurch gewinnt ein dauerhafter Schutz gegen Salmonellen an Bedeutung. „Die Impfung in der Aufzucht schützt nur begrenzte Zeit“, erklärt Job Schilders von Gebroeders Van Beek. „Wer die Tiere länger hält, muss den Schutz während der Legeperiode verlängern.“
Dafür steht inzwischen ein Impfstoff zur Verfügung: AviPro Salmonella Duo. Er lässt sich über das Trinkwasser verabreichen und soll den Schutz deutlich verlängern. Da diese Methode noch relativ neu ist, klärte das Webinar über praktische Details und typische Fehler auf.
Chlor macht den Lebendimpfstoff sofort unwirksam
Geflügeltierarzt Joost Boerrigter von Elanco warnte im Webinar vor einem entscheidenden Risiko: Chlor im Trinkwasser. „Ein lebender Salmonellenimpfstoff verliert sofort seine Wirkung, sobald Chlorreste im Wasser sind – selbst bei nur fünf ppm“, betont der Tierarzt. Fünf ppm entsprechen lediglich fünf Milligramm Chlor pro Liter Wasser. Dennoch reicht diese geringe Menge aus, um den Impfstoff zu zerstören.
Häufige Fehler bei der Trinkwasserimpfung
Boerrigter nannte mehrere typische Fehler in der Praxis. Ein häufiger Fehler ist das sogenannte „blinde Impfen“. Dabei weiß der Halter nicht, ob der Impfstoff tatsächlich das Ende der Trinknippelleitungen erreicht. Sein Rat: Die Trinkwasserleitungen vor der Impfung immer vollständig spülen oder ablassen.
Ein weiterer Fehler betrifft den Zusatzstoff AviBlue. Manche Betriebe dosieren ihn falsch oder verzichten ganz darauf.
Der Zusatz erfüllt zwei wichtige Aufgaben:
- Er bindet Chlorreste im Wasser
- Er färbt das Wasser blau und zeigt so, wo der Impfstoff angekommen ist
Wasserqualität entscheidet über den Impferfolg
Auch andere Faktoren im Trinkwasser können den Impfstoff zerstören. Mögliche Probleme sind:
- zu viel Eisen im Wasser
- Chlorreste
- ein falscher pH-Wert
Der optimale pH-Wert liegt laut Boerrigter zwischen 6,5 und 7,5. Steigt der pH-Wert auf 9, verliert der Impfstoff nahezu sofort seine Wirkung. Betriebe mit eigenem Brunnenwasser sollten deshalb den pH-Wert regelmäßig kontrollieren. Auch Peroxide oder Säuren im Wasser können den Lebendimpfstoff schädigen.
Impfstoffe richtig lagern
Auch bei der Lagerung passieren Fehler. Impfstoffe gehören grundsätzlich in den Kühlschrank. Der Tierarzt empfiehlt einen separaten Kühlschrank nur für Impfstoffe. Dieser sollte mit Temperaturlogger und Alarm ausgestattet sein und keine Glastür besitzen, damit kein Sonnenlicht eindringt.
Falls kein eigener Kühlschrank vorhanden ist, eignet sich im Haushaltskühlschrank am besten die Gemüseschublade, da dort Temperatur und Licht am stabilsten bleiben.
Viele Geflügelhalter setzen Säuren oder Reinigungsmittel ein, um Biofilme in den Tränkeleitungen zu verhindern. Diese Maßnahmen sind sinnvoll, können aber die Impfung stören. Deshalb empfiehlt Boerrigter:
- Wasserbehandlungen 24 bis 48 Stunden vor der Impfung stoppen
- erst 24 Stunden nach der Impfung wieder beginnen
- Außerdem sollten die Leitungen einen Tag vor der Impfung gründlich gespült werden.
Antibiotika können die Impfung unwirksam machen
Auch Medikamente beeinflussen den Impferfolg. Für eine zuverlässige Wirkung gilt:
- 7 Tage vor der Impfung keine Antibiotika
- 7 Tage nach der Impfung ebenfalls keine Antibiotika
Andernfalls kann der Impfstoff seine Wirkung verlieren.
Richtige Kontaktdauer im Tränkesystem
Der Impfstoff sollte mindestens zwei bis drei Stunden im Tränkesystem verfügbar sein. In dieser Zeit trinken alle Hennen. Bleibt der Impfstoff länger als vier bis fünf Stunden in den Leitungen, kann seine Stabilität sinken. Dann nimmt auch die Wirksamkeit der Impfung ab.
Saubere Hände
Zum Schluss weist der Tierarzt auf ein einfaches Detail hin: Hygiene bei der Zubereitung des Impfstoffs. Wer den Impfstoff ansetzt, sollte Einweghandschuhe tragen. Die Hände dürfen keine Rückstände von Seife, Reinigungsmitteln, Desinfektionsmitteln enthalten. Auch solche Stoffe können den empfindlichen Lebendimpfstoff schädigen.




































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