Die niederländische Geflügelbranche steht vor schwierigen Zeiten durch den Verlust von Legehennenplätzen, bleibt aber durch Innovation und Zusammenarbeit optimistisch und weiterhin ein Vorbild auf dem internationalen Markt.
Herausforderungen durch den Verlust von Legehennenplätzen
Die niederländische Geflügelbranche steht vor einer herausfordernden Zeit: Der Verlust von 4 Millionen Legehennenplätzen hat bereits spürbare Auswirkungen auf den Markt und auf die Arbeit von Alex Janssen, dem Verkaufsleiter der Brüterei und Aufzuchtorganisation Vepymo. "Es gibt bereits 4 Millionen weniger Legehennenplätze. Das wirkt sich direkt auf meine Arbeit aus“, erklärt er besorgt. Doch trotz dieser schwierigen Lage gibt er sich hoffnungsvoll: "Ich hoffe, dass die Niederlande in Bezug auf das Geflügel das führende Land bleiben können, das wir immer waren."
In einem Gespräch mit pluimveeweb vor zwei Jahren hatte Janssen bereits seine Einschätzung für das Jahr 2025 gegeben und beschreibt die Situation als eine, die die niederländische Geflügelindustrie in einem neuen Licht erscheinen lässt. „Den Niederlanden wird immer nachgesagt, dass sie ein führendes Land auf dem Gebiet des Geflügels sind, aber ich erlebe es wirklich so“, sagt er und fügt hinzu, dass er im vergangenen Jahr viel im Ausland unterwegs war. Die Anerkennung für die niederländische Legegeflügelzucht sei bemerkenswert: „Es ist toll, selbst zu erleben, wie sehr die Menschen zur niederländischen Legegeflügelzucht aufschauen. Ich hoffe, dass das so bleibt." Janssen ist fest davon überzeugt, dass die Niederlande an der Spitze bleiben müssen – durch Innovation und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.
Niederländische Geflügelzucht: Spitzenleistungen durch Innovation
Ein Thema, das Janssen besonders bewegt, ist die hohe Leistung niederländischer Legehennenhalter. "500 Eier pro Henne in 100 Wochen? Das ist doch nicht möglich?", fragen viele. Doch die niederländischen Landwirte erreichen genau das – eine beeindruckende Zahl, die in anderen Ländern oft nicht für möglich gehalten wird. „Eine große Anzahl dieser wunderbaren Betriebe nimmt am LBV+ Programm teil. Einerseits verständlich wegen der Aufkaufsumme, andererseits bizarr, dass ein Land wie die Niederlande Geld dafür bezahlt, die Lebensmittelproduktion zu stoppen“, erklärt Janssen. Er gibt zu, dass er mit dieser Entwicklung nicht ganz einverstanden ist, aber auch, dass er sich damit abfinden muss. „Anders zu produzieren, kann ich noch verkraften, aber aufzuhören ist mit nichts in der Welt zu erklären“, sagt er. Dennoch bleibt er optimistisch: „Wir müssen damit klarkommen.“
Früher drehte sich Janssens beruflicher Fokus vor allem um die niederländische Branche, doch mittlerweile hat sich der Blickwinkel erweitert. „Ich habe schon vor zwei Jahren angedeutet, dass ich meine Sprachen auffrischen muss. Letztes Jahr habe ich viel Deutsch und Englisch gesprochen“, erklärt er. Die Nachfrage nach niederländischem Wissen und Produkten wächst – nicht nur im Land, sondern auch international. „Die Niederländer haben eine enorme Anpassungsfähigkeit. Deshalb sind wir so weit gekommen“, sagt Janssen und zeigt sich stolz auf die Innovationskraft und das Unternehmertum seiner Branche.
Ein weiterer interessanter Aspekt des niederländischen Geflügelmodells ist die Marktsituation in den Benelux-Ländern und Deutschland. Hier gibt es keinen Markt für Küken, wie es in vielen anderen Ländern der Fall ist. Stattdessen konzentriert man sich auf den Verkauf von Junghennen. Janssen erklärt, dass dies die Leistung der Betriebe optimiert: „Da Brüterei und Aufzucht in den Betrieben miteinander verbunden sind, erhalten wir die maximale Leistung aus der Genetik.“ Diese Herangehensweise führt zu hervorragenden Ergebnissen. „Wenn wir ausländische Besucher von unseren Kollegen bei Hendrix Genetics haben, sind sie von unseren Ergebnissen begeistert“, fügt er hinzu.
Die Struktur der Aufzucht und der Fokus auf die jeweilige Rasse haben die niederländische Geflügelzucht international konkurrenzfähig gemacht.
Zusammenarbeit und Anpassungsfähigkeit als Erfolgsfaktoren
Doch in der niederländischen Geflügelbranche steht nicht nur Innovation im Vordergrund – auch Zusammenarbeit wird immer wichtiger. „In den letzten Jahren entstehen auf dem niederländischen Markt immer mehr Partnerschaften, zum einen aufgrund von Schrumpfung, zum anderen aufgrund von Kostensteigerungen“, berichtet Janssen. In einer Branche, die von Veränderungen geprägt ist, ist es entscheidend, dass Akteure zusammenarbeiten, um den Herausforderungen zu begegnen. „Ich denke, das ist das Schöne an unserem Sektor. Wir arbeiten zusammen und verbinden uns im Interesse unserer Züchter und Kunden. Wir versuchen daher, das freie Unternehmertum hochzuhalten, denn das hat uns dahin gebracht, wo wir heute sind“, erklärt Janssen. Für ihn ist die Fähigkeit zur Zusammenarbeit ein wichtiger Baustein des Erfolgs, der den niederländischen Geflügelsektor stark gemacht hat.
Praktische Beispiele für den Erfolg des niederländischen Modells gibt es bereits: Herden mit 520 Eiern und einer Lebensfähigkeit von 105 Wochen sind keine Seltenheit mehr. "Es gibt und wird auch in Zukunft viele Herausforderungen in der Legegeflügelhaltung geben", so Janssen abschließend. Trotz der bevorstehenden Herausforderungen blickt er mit Zuversicht auf die Zukunft der niederländischen Geflügelindustrie und ist überzeugt, dass das Land weiterhin als Vorbild für die internationale Geflügelwirtschaft dienen wird.
Laut pluimveeweb wird die niederländische Geflügelindustrie auch in den kommenden Jahren auf Herausforderungen stoßen, doch mit der richtigen Mischung aus Innovation, Zusammenarbeit und Anpassungsfähigkeit wird sie auch weiterhin eine wichtige Rolle auf dem internationalen Markt spielen.

































Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.