Der Eiermarkt kommt nicht zur Ruhe. Trotz Jahresbeginn bleibt die Nachfrage außergewöhnlich hoch, während Angebot und Warenströme unter Druck stehen. Zahlreiche Faktoren verschärfen die Lage – mit spürbaren Folgen entlang der gesamten Lieferkette. Ein Bericht zum Markt.
Anhaltend hohe Nachfrage treibt den Markt
Der Appetit auf Eier scheint ungebremst. Die Konsumnachfrage bewegt sich weiterhin auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Ein knappes Gut verkauft sich häufig nahezu von selbst – bei Grundnahrungsmitteln ist dieses Phänomen besonders ausgeprägt. Eier gelten beim Verbraucher als unverzichtbar und dürfen im Kühlschrank nicht fehlen.
Großhandel und Packstellen geraten unter Druck
Mediale Berichte über eine angespannte Versorgungslage sowie teilweise nicht vollständig bestückte Verkaufsregale veranlassen Konsumenten dazu, vorsorglich zusätzliche Verpackungen mitzunehmen. In der Folge steigt der Bedarf auf Großhandelsstufe deutlich an. Dies führt dazu, dass die von Packstellen gewünschten und zu liefernden Mengen rasant zugenommen haben – und das in einer Phase, in der sich die Warenströme innerhalb der gesamten Lieferkette zu Jahresbeginn eigentlich erst wieder normalisieren müssten.
Viele Ursachen verschärfen die Lage
Diese Situation, kombiniert mit weiteren Sondereinflüssen, hat zur Folge, dass ursprüngliche Mengenplanungen entlang der Lieferkette kaum noch der Realität entsprechen. Neben der hohen Konsumnachfrage tragen zahlreiche weitere Faktoren zu der angespannten Marktlage bei, die sich regional unterschiedlich auswirken.
Dazu zählen unter anderem:
- individuelle Bestandsräumungen infolge der Aviären Influenza
- behördlich angeordnete Restriktions- und Vorbeugemaßnahmen im Zusammenhang mit der Aviären Influenza
- das Ende der deutschen Kleingruppenhaltung und die damit verbundenen Stallumbauten
- knappe beziehungsweise geringe Warenvorräte bei Verarbeitungsbetrieben
- die bevorstehende Ostersaison mit zusätzlichem Bedarf an gekochten und gefärbten Eiern
- eine zweistellige prozentuale Bestandsreduzierung von Legehennen im Nachbarland Niederlande
- die üblichen, umfangreichen und langfristig geplanten Herdenwechsel zum Jahreswechsel
All dies trifft auf einen Selbstversorgungsgrad von unter 70 Prozent – eine Konstellation, die nicht ohne Folgen bleibt.
Dennoch gilt: Bei einem normalen Kaufverhalten können Konsumenten grundsätzlich weiterhin mit Eiern versorgt werden. Voraussetzung sind Zeit, Geduld und Verständnis entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

































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