Frankreich: Jede Menge neue Legehennenställe bis 2035

18 Februar 2026
Frankreich
eier

Frankreichs Legehennenhalter setzen auf Expansion. Die Nachfrage nach Eiern steigt seit Jahren, der Pro-Kopf-Verbrauch erreicht Rekordwerte. Nun will die Branche deutlich schneller wachsen als bisher – und fordert Politik und Verbraucher zum Mitziehen auf.

Frankreichs Eierbranche plant Expansion

Während viele Bereiche der Veredelungswirtschaft unter Druck stehen, bleibt die Stimmung bei Frankreichs Eiererzeugern optimistisch. Die Interprofession für Eier (CNPO) hat ihre Wachstumspläne deutlich ausgeweitet. Bis 2035 sollen in Frankreich insgesamt 575 neue Legehennenställe entstehen.

Damit will die Branche auf steigende Konsumprognosen reagieren. Nach Berechnungen der CNPO könnte der Eierverbrauch bis 2035 auf 269 Eier pro Kopf und Jahr klettern.

Rekordnachfrage treibt Investitionen

Den Rückenwind liefert vor allem die Entwicklung der vergangenen Jahre. 2025 konsumierte jeder Franzose rechnerisch 237 Eier – laut CNPO ein neuer Rekord. Bereits 2024 hatte die Branche angekündigt, bis 2030 rund 300 neue Ställe zu errichten.

Dieses Zwischenziel scheint erreichbar: Der Branchenorganisation sind bereits mehr als 220 Projekte bekannt.

Neue Ställe sollen Milliarden Eier zusätzlich liefern

Der Ausbau wirkt sich bereits auf die Produktion aus. 2025 gingen 18 neue Legehennenställe ans Netz, was die Versorgung um etwa 200 Millionen Eier erhöhte.

Für das laufende Jahr plant die Branche deutlich mehr Tempo: 40 zusätzliche Ställe sollen in Betrieb gehen. Damit könnte die Erzeugung laut CNPO um weitere 375 Millionen Eier steigen.

Damit die Expansion gelingt, braucht es aus Sicht der CNPO politischen Rückhalt. Die Interprofession fordert vor allem vereinfachte Genehmigungsverfahren, um Bauprojekte schneller umzusetzen. Aktuell vergehen laut Verband vom Projektstart bis zum ersten Ei im Schnitt zwei Jahre.

EU-Standards sollen Wettbewerbsnachteile verringern

Ein weiterer Punkt betrifft die Konkurrenz innerhalb Europas. Die CNPO verlangt eine Angleichung der Haltungsstandards in der EU, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

Nach Angaben des Verbandes werden inzwischen 77 % der französischen Legehennen außerhalb von Käfigsystemen gehalten. Das entspricht einem Plus von vier Prozentpunkten gegenüber 2025. Bis 2030 soll der Anteil auf 90 % steigen.

Kapital und Akzeptanz entscheiden über den Erfolg

Neben schnelleren Verfahren sieht die CNPO auch Banken und Investoren in der Pflicht. Die Branche drängt auf besseren Zugang zu Kapital, um Investitionen zu stemmen und den Generationswechsel in den Betrieben abzusichern.

Auch Verbraucher sollen beitragen: Sie sollen französische Eier bevorzugen und den Neubau von Ställen nicht blockieren.

Geflügelnews
Bild: Kristoffer Finn
Quelle: AgE

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