Bio-Masthühner im Fokus: Forscher untersuchen Tierwohl, Darmflora und Antibiotikaresistenzen

25 Juni 2026
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Bioland

Wie hängen Tierwohl, Darmgesundheit und Antibiotikaresistenzen in der ökologischen Masthühnerhaltung zusammen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Forschungsprojekt „ProBioHuhn“. Wissenschaftler mehrerer Hochschulen und Forschungseinrichtungen untersuchen, welche Faktoren die Tiergesundheit in Bio-Geflügelbetrieben besonders beeinflussen – und wie Betriebe daraus praktische Verbesserungen ableiten können.

Welche Faktoren beeinflussen Tiergesundheit und Tierwohl in der ökologischen Masthühnerhaltung, und wie wirken Haltung, Management, Darmmikrobiom und Antibiotikaresistenzen zusammen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Verbundprojekt ProBioHuhn („Neue Strategien zur Reduktion von Erkrankungen auf ökologischen Masthühnerbetrieben unter besonderer Berücksichtigung des Darmmikrobioms“), das Dr. Margret Krieger von der Universität Kassel im Rahmen einer Veranstaltung des Netzwerkes Fokus Tierwohl vorstellte.

Forschende analysieren Tiergesundheit in Bio-Mastbetrieben

Das von Oktober 2022 bis Juni 2026 laufende Projekt verknüpfte unterschiedliche wissenschaftliche Ansätze zur Tiergesundheit in der ökologischen Geflügelmast. Die Universität Kassel und die Tierärztliche Hochschule Hannover untersuchten Fragen des Tierwohls, die Universität Hohenheim das Darmmikrobiom und das Bundesinstitut für Risikobewertung Antibiotikaresistenzen. Die Zusammenführung der Ergebnisse sowie deren Transfer in die Praxis erfolgten an der Universität Kassel.

Im Mittelpunkt standen die Zusammenhänge zwischen Masttyp, Alter der Tiere und betrieblichen Faktoren einerseits sowie Tierwohl, Darmmikrobiom und Antibiotikaresistenzen andererseits. Ziel war es, Wechselwirkungen zwischen diesen Faktoren zu identifizieren und daraus Ansätze zur Verbesserung der Tiergesundheit abzuleiten.

Heterogene Strukturen in der ökologischen Geflügelmast

Die ökologische Masthühnerhaltung ist durch spezifische Vorgaben und eine große betriebliche Vielfalt geprägt. Vorgeschrieben sind langsam wachsende Genotypen oder ein Mindestschlachtalter von 81 Tagen, zudem gelten Begrenzungen für Gruppengröße und Besatzdichte. Auslaufzugang, ökologische Fütterung und die Gabe von Raufutter sind verpflichtend, während der Einsatz chemisch-synthetischer Arzneimittel stark eingeschränkt ist.

Gleichzeitig werden unterschiedliche Masttypen gehalten, darunter langsam wachsende Masthybriden, männliche Legehybriden und Zweinutzungshähne. Diese Vielfalt bildete die Grundlage für die Untersuchungen im Projekt.

Umfangreiche Erhebungen unter Praxisbedingungen

In die Studie wurden 14 ökologisch wirtschaftende Betriebe mit Herdengrößen zwischen 70 und 6.750 Tieren einbezogen. Auf jedem Betrieb begleiteten die Forschenden vier Mastdurchgänge mit jeweils fünf Erhebungen. Insgesamt wurden 53 Herden untersucht und 240 Betriebsbesuche durchgeführt.

Die breite Datengrundlage ermöglichte es, Unterschiede zwischen Betrieben und Masttypen ebenso zu erfassen wie Entwicklungen innerhalb eines Mastdurchgangs. Dabei wurden Tierwohlindikatoren, mikrobiologische Befunde und Resistenzdaten gemeinsam ausgewertet.

Projekt soll Bio-Geflügelhaltung weiterentwickeln

Ein zentrales Element des Projekts war die enge Zusammenarbeit mit den Betrieben. Nach jedem Mastdurchgang erhielten die Teilnehmenden schriftliche Auswertungen zu Tiergewichten, Befunden und möglichen Handlungsfeldern. Ergänzend fanden Rückmeldegespräche mit der Projektbetreuerin und dem Geflügelgesundheitsdienst statt.

Darüber hinaus wurden Einstellungen und Erfahrungen der Betriebsleitenden untersucht. Interviews, Online-Befragungen und Fokusgruppendiskussionen mit Praxis, Beratung und Tierärzteschaft beleuchteten das Verständnis von Tierwohl, betriebliche Lernprozesse sowie fördernde und hemmende Faktoren bei der Umsetzung tierwohlfördernder Maßnahmen.

Der interdisziplinäre Ansatz des Projekts ProBioHuhn soll wichtige Grundlagen für die Weiterentwicklung tierwohlorientierter Managementstrategien und eine evidenzbasierte Beratung ökologischer Geflügelbetriebe liefern.


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Magdalena Esterer
Bild: Bioland
Quelle: Netzwerk Fokus Tierwohl

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