Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland kaufen Bio – und sie wollen dabei vor allem eines: Öko-Lebensmittel aus heimischer Erzeugung. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Marktforschungsstudie im Auftrag des Deutschen Bauernverbandes (DBV).
Entsprechend der Studie, die der DBV in Auftrag gab, bevorzugen 74 Prozent der Bio-Käuferinnen und -Käufer Bio-Produkte aus Deutschland. 14 Prozent der Befragten bevorzugen nach eigenen Angaben immer Bio, weitere 24 Prozent meistens, 43 Prozent manchmal. In Summe finden sich damit bei rund 80 Prozent der Verbraucher auch Bio-Lebensmittel im Einkaufswagen. Bio ist somit in der Breite angekommen. Das spiegelt sich in immer größeren Bio-Sortimenten im Lebensmittelhandel wider.
Heimische Herkunft verkaufsentscheidend
Entscheidend ist jedoch nicht allein die Öko-Qualität: Die heimische Herkunft entwickelt sich zum zentralen Kaufkriterium. So geben 74 Prozent der Bio-Käufer an, Bio-Produkte aus Deutschland gegenüber Bio-Produkten aus anderen Ländern zu bevorzugen. Und fehlen Bio-Angebote aus Deutschland, greifen 73 Prozent der Bio-Käufer sogar eher zu regionalen Angeboten als zu Bio-Importware. „Bio und Herkunft gehören für viele Verbraucher ganz selbstverständlich zusammen“, bewertet daher Bauernpräsident Joachim Rukwied die Ergebnisse.
Das Bio-Marktwachstum des vergangenen Jahres lag nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) bei über 6 Prozent. Es läuft jedoch in Teilen an den deutschen Erzeugern vorbei. Die Bio-Anbauflächen und die Bio-Tierhaltungszahlen haben sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Folglich wachsen laut AMI die Bio-Rohstoffimporte. Das sollte laut DBV nicht so bleiben. Er betonte, dass die klare Präferenz für heimische Bio-Lebensmittel der deutschen Landwirtschaft gute Marktperspektiven eröffne. Dies gelte aber auch für den Lebensmitteleinzelhandel, der sich über eine entsprechende Sortimentsgestaltung im Wettbewerb abheben könne.
Ein Drittel des Bio-Marktes über Discounter
Die meiste Bio-Ware vertrieben laut AMI im 1. Quartal 2026 die Discounter mit einem Anteil von 30 Prozent, gefolgt von den Vollsortimentern mit 29 Prozent, dem Fachhandel mit 17 Prozent. Die Drogeriemärkte werden zu einem wichtigen Faktor, der Marktanteil am Bio-Gesamtmarkt liegt inzwischen bei knapp 13 Prozent. Übers Internet werden rund 5 Prozent der Bio-Waren verkauft. Die restlichen 6 Prozent verteilen sich auf Hofläden, Bäckereien, Metzgereien, Wochenmärkte und Tankstellen.
Größtes Wachstum bei Bio-Eiern und -Frischfleisch
Laut AMI gab es im 1. Quartal 2026 im Bio-Frischesortiment das größte Umsatzwachstum bei Eiern und Frischfleisch, jedoch vor allem durch Preiserhöhungen.

































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