Das historische Stadtzentrum von Poznan, Hauptstadt der Region Großpolen, die in einem Vogelgrippe-Hotspot liegt.
Wegen vieler Ausbrüche der Vogelgrippe in Polen plant die EU-Kommission scharfe Maßnahmen – besonders für Handel und Transport von Geflügel.
EU-Kommission plant Notfallmaßnahmen gegen Vogelgrippe
Wegen des drastischen Anstiegs der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI) in Polen plant die EU-Kommission kurzfristig Notfallmaßnahmen zur Eindämmung der Tierseuche. Ein offizieller Vorschlag steht unmittelbar bevor.
Die Maßnahmen sehen unter anderem verschärfte Präventions- und Kontrollregeln vor, darunter Beschränkungen für den Transport und Handel mit Geflügel und Geflügelprodukten. Die EU befindet sich dabei laut Kommission in engem Austausch mit den polnischen Behörden. Konkret wird über die Einrichtung von Sperrzonen diskutiert, vor allem in den besonders betroffenen Regionen Großpolen und Masowien. Dort wurden seit Jahresbeginn bereits 37 bzw. 28 Ausbrüche registriert. Landesweit verzeichnete Polen 78 Ausbrüche – mehr als jedes andere EU-Land. Zum Vergleich: Ungarn meldete 72, Deutschland neun und Bulgarien sechs Fälle.
Wie die Kommission erklärte, hängt der zeitliche Rahmen der Einschränkungen vom Erfolg der Maßnahmen ab. Lockerungen könnten frühestens ab dem 12. Mai erfolgen – vorausgesetzt, die Maßnahmen werden strikt eingehalten. Das polnische Landwirtschaftsministerium rechnet trotz der bevorstehenden Einschränkungen nicht mit Engpässen im Fleisch- und Eierhandel auf dem Binnenmarkt.
Polnische Geflügelbranche warnt vor massiven Folgen
Kritik an den Plänen kommt aus der polnischen Geflügelwirtschaft. Vertreter von rund einem Dutzend Branchenorganisationen sowie über 100 weiteren Unternehmen befürchten erhebliche wirtschaftliche Folgen. Besonders umstritten ist das geplante Verbringungsverbot von Geflügel in betroffene Gebiete für mindestens 30 Tage. Laut der Branche drohen durch die Maßnahmen Produktionsstillstände, der Verlust von Absatzmärkten und ein Rückgang internationaler Kunden.
Geflügelhandel mit Drittstaaten in Gefahr
Die Geflügelindustrie warnt zudem vor Nachteilen bei laufenden Handelsverhandlungen mit Drittstaaten wie Mercosur oder der Ukraine. Sie befürchtet, dass polnisches Geflügel vom EU-Markt verdrängt und durch minderwertige Importware ersetzt werden könnte. agrarheute weist darauf hin, dass Polen mit einer Jahresproduktion von 3,5 Millionen Tonnen führender Produzent von Geflügelfleisch in der EU ist, von dem ein erheblicher Teil exportiert wird.




































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