USA: „OKT“-Eier weiter auf dem Vormarsch

11 Januar 2026
Brüterei
nestfresh

Die Geschlechtsbestimmung im Brutei ist nicht nur für Deutschland oder die EU ein Thema. Auch in den USA wächst das Interesse an dieser Technologie. Dort gibt es inzwischen zwei Zertifizierungssysteme für Eier „ohne Kükentöten“ („OKT“). Große Eiererzeuger und Lebensmittelketten werben inzwischen damit.

In den US-amerikanischen Küche haben Eier einen hohen Stellenwert. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt aktuell bei 273 Eiern pro Jahr (Quelle: United Egg Producers). Mit einem Bestand von rund 311 Mio. Legehennen sind die USA eines der größten Eiererzeugerländer weltweit. Ende 2024 lag der Anteil an Käfigeiern dort bei noch gut 60 Prozent, Tendenz sinkend. Auch in den USA wird Tierwohl mehr und mehr zum Thema. Bei Eiern gehört dazu auch die Eiererzeugung ohne Kükentöten. 

Zwei Label „ohne Kükentöten“ in den USA

Mitte vergangenen Jahres hat der US-amerikanische Zusammenschluss der Eiererzeuger „United Egg Producers“, UEP, dafür ein Zertifizierungslabel mit dem Namen „Hatch Check“ entwickelt. Die UEP vertritt über 90 Prozent der US-Eierproduktion und will in den USA den Verzicht auf das Töten der männlichen Eintagsküken von Legeherkünften voranbringen. Bereits 2024 hatte eine Tierschutzorganisation ein Zertifizierungslabel eingeführt. In den USA werden etwa 60 Prozent der erzeugten Eier als Schaleneier über den Lebensmittelhandel verkauft.

Im Sommer 2025 hatte ein bedeutender Eierproduzent der USA, „NestFresh“, als erstes US-Unternehmen seine Eier ohne Kükentöten auf den Markt gebracht. Diese sind inzwischen landesweit bei verschiedenen Lebensmittelketten erhältlich. 

Verschiedene Eiererzeuger steigen um 

Im Dezember 2025 gab „Vital Farms“ bekannt, die Technologie zur In-ovo-Geschlechtsbestimmung ab 2026 einzuführen. „Vital Farms“ ist der größte Spezialeierproduzent der USA mit über 10 Mio. Hennenplätzen in seinem Lieferantennetzwerk. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Mehrheit seiner Hennen bis 2027 mit In-ovo-Geschlechtsbestimmung aufgezogen wird.

„Kipster“ ist ein weiteres größeres Unternehmen der US-Geflügelbranche. Es hat seinen Ursprung in den Niederlanden und sich insbesondere eine nachhaltige Eierproduktion auf die Fahnen geschrieben. Die erste Herde von Hennen, die im Brutei geschlechtssortiert worden waren, erhielt „Kipster“ USA im Juni 2025. Die Küken wurden in der Brüterei von Hendrix Genetics in Nebraska mit der Respeggt-Maschine zur Geschlechtsbestimmung im Ei ausgebrütet. Diese kann sowohl bei weißen als auch braunen Bruteiern eingesetzt werden. Die ersten Eier dieser Hennen sind ebenfalls seit Ende 2025 im US-Handel erhältlich – in verschiedenen Supermarktketten. 

Walmart unterstützt In-ovo-Geschlechtsbestimmung 

Walmart, der weltgrößte Einzelhändler mit knapp 5.000 Filialen in den USA, erklärte die In-ovo-Geschlechtsbestimmung im Frühjahr 2025 zu einem Fokusthema für seine Eierlieferanten. Dafür, dass die Eierregale in den US-Filialen von Walmart gefüllt sind, sorgen rund 30 Mio. Hennen. Das entspricht in etwa 10 Prozent des Gesamthennenbestandes der USA. Damit ist die Ankündigung von Walmart als wichtiges Signal zur Ausweitung der Geschlechtsbestimmung im Ei in den USA zu sehen. 

PM / Christa Diekmann-Lenartz
Bild: Nestfresh
Quelle: Innovate Animal Ag

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