Der geplante Ausbau des Geflügelschlachthofs „DaBe“ in Cloppenburg stößt auf Widerstand. Nach einem Eigentümerwechsel kippt die politische Stimmung – und der Planungsausschuss zieht die Reißleine.
Ausschuss lehnt Erweiterung ab
Der Planungsausschuss der Cloppenburg hat die Erweiterungspläne für den Schlachthof „DaBe“ im Gewerbegebiet „Telgen Sand“ abgelehnt. Das meldet NWZ-online. Nach intensiver Debatte votierten die Mitglieder mehrheitlich gegen die weitere Bauleitplanung. Acht Stimmen sprachen sich dagegen aus, nur eine dafür, drei enthielten sich.
Eigentümerwechsel sorgt für Misstrauen
Der Schlachthof „DaBe“ (Dartsch Bethen) gehörte lange einer lokalen Familie. Im vergangenen Jahr übernahm das Unternehmen Heidemark den Betrieb. Doch kurz darauf folgte der nächste Verkauf: Im Februar ging Heidemark an das Boparan Private Office mit Sitz in Birmingham.
Dieser Eigentümerwechsel verändert die Perspektive vieler Kommunalpolitiker. Sie sehen in dem Projekt nicht mehr die Sicherung eines regionalen Betriebs, sondern das Wachstumsinteresse eines internationalen Konzerns.
Kritik an Wachstumsstrategie
SPD-Politiker Jan Oskar Höffmann brachte die Skepsis im Ausschuss auf den Punkt: Es gehe nicht mehr um Bestandssicherung, sondern um Expansion. Ein solches Projekt passe nicht an diesen Standort, argumentierte er.
Heidemark verteidigt Vorgehen
Die Unternehmensführung wies Kritik zurück. Geschäftsführer Andres Ruff verwies darauf, dass das Unternehmen alle Fraktionen umfassend informiert habe. Ein Treffen mit Kommunalpolitikern, das auch ein gemeinsames Essen einschloss, sorgte jedoch für Unmut. Einige Ausschussmitglieder sprachen von einem „Geschmäckle“.
Anwohner bleiben skeptisch
Auch Anwohner kritisieren die Ausbaupläne seit Jahren. Sie befürchten zusätzliche Belastungen durch Verkehr und Flächenausweitung – insbesondere in Waldnähe. Die Stadt sieht auf Basis von Gutachten keine unzumutbaren Beeinträchtigungen, doch die Kritik hält an.
Millioneninvestition geplant
Heidemark will den 1961 gegründeten Standort modernisieren und die Abläufe effizienter gestalten. Dafür plant das Unternehmen Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe. Ziel ist es, die Kapazitäten auszubauen und die Produktion weiterzuentwickeln.
Die Stadtverwaltung verweist auf den Bestandsschutz des Betriebs. Bürgermeister Neidhard Varnhorn betont, dass eine Modernisierung sogar Entlastungen bringen könne. Eine Verlagerung in ein Industriegebiet gilt als unrealistisch – es fehlen geeignete Flächen.
Entscheidung steht noch aus
Der Verwaltungsausschuss will sich am 11. Mai mit dem Thema befassen, der Stadtrat entscheidet am 29. Juni endgültig. Bis dahin bleibt offen, ob und in welcher Form das Projekt weiterverfolgt wird.




































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