Mastenten gelten als robust, anspruchslos und gut an unterschiedliche Klimabedingungen angepasst. Wie eine erfolgreiche Bio-Mast in der Praxis aussieht, zeigte Reinhard Derntl auf der Naturland Öko-Mastgeflügeltagung im November 2025 in Piding. Der Betriebsleiter und Berater der Landwirtschaftskammer Oberösterreich gab Einblick in seinen Betrieb – und sprach offen über Leistungsdaten, Management und typische Fehlerquellen.
Ein Bio-Mastbetrieb mit klarer Ausrichtung
Derntl arbeitet am elterlicher Betrieb mit 6.400 Bio-Pekingenten-Mastplätzen in St. Georgen/Gusen. Pekingenten gelten als gutmütig, robust und kälteunempfindlich. Neben den Pekingenten ist eine weitere gebräuchliche Rasse die Barbarieente (die auch als Warzenente, Moschusente, Flugente und Türkenente bekannt ist) sowie eine Kreuzung aus beiden, die Mulardente, die allerdings unfruchtbar ist.
Derntl nennt die zwei Zuchtfirmen Cherry Valley und Grimaud Frères. Unter Biobedingungen erreichen die Tiere 3,2 bis 3,9 kg Lebendgewicht, bei täglichen Zunahmen von 50–120 g und sehr niedrigen Ausfällen von 0,5 bis 3 %. Im konventionellen Bereich ist die Mastleistung höher: Hier werden 3,5 kg schon nach 42 Tagen erreicht.
Saubere Ställe als Grundlage der Aufzucht
Vor jeder Einstallung werden Stall und Technik gründlich gereinigt und desinfiziert und anschließend mit einem Probiotikum (PIP, EM) behandelt, da es Studien darüber gäbe, dass „böse” Bakterien sterile Flächen schneller besiedeln als „gute”. Die Küken benötigen zunächst 32–33 °C, später profitieren Pekingenten von eher kühlen Bedingungen um 15 °C. Dank Erdwärme und Fußbodenheizung kann der Betrieb die Raumtemperatur niedrig halten und dennoch energieeffizient arbeiten. Probiotika wie Broilact stabilisieren die Darmflora, Vitamine werden über das Trinkwasser ergänzt.
Über die Fütterung Leistung und Körperzusammensetzung steuern
Derntl beginnt mit Tagesküken von rund 50 g, die ihr Mastendgewicht von 3,5 kg nach etwa 49 Tagen erreicht haben. Pekingenten sind sehr gutmütig, weshalb es keine Probleme mit Kannibalismus gibt. Der Betrieb mästet weibliche und männliche Tiere, da die Gewichtsdifferenz nicht sehr groß ist.
Zu Beginn erhalten die Enten einen 24-%-Starter, nach zwei Wochen folgt ein 19-%-Mastfutter, in der Endmast werden 17 bis 18 % Rohprotein eingesetzt. Der Betrieb mischt das Futter selbst: 65 % gequetschter Mais und Weizen plus Konzentrat. Derntl betont den Einfluss der Eiweißversorgung, da die richtige Fütterung viel Fleisch und wenig Fett bewirke. Offene Wasserstellen, wie Derntl sie im Wintergarten vorhält, mit mindestens 20 cm Breite, erlauben den Tieren, Kopf, Augen und Nasenlöcher zu spülen. Der Wasserverbrauch steigt gegen Mastende auf 1 Liter pro Tier.
Einstreu, Mist und Nährstoffmanagement
Eingestreut wird halbautomatisch über ein Gebläsesystem der Firma Schauer; normalerweise täglich, bei Stallpflicht morgens und abends. Da Enten nicht scharren, muss die Einstreu gut verteilt werden – auf einen Haufen legen sich Enten einfach drauf. Pro Durchgang fallen 150 bis 200 m³ Mist an. Nach Erfahrungen mit Kompostierung nutzt Derntl heute ein Mistlager mit Mikronährstoffzugabe, um Nährstoffverluste zu reduzieren.
Klima und Lüftung: Frischluft schlägt Wärme
Die eingesetzte Fußbodenheizung ermöglicht Heizkosteneinsparungen, da die Raumtemperatur um 3 bis 4 °C niedriger sein kann. Die Wärmepumpe erlaubt eine passive Kühlmöglichkeit. In der Aufzucht arbeitet der Betrieb mit Gleichdrucklüftung, die Mindestluftmengen werden von 0,5 auf 12 m³/h pro Tier gesteigert. Zugluft sei zu vermeiden, Frischluft dagegen entscheidend. Hitze stellt das größte Risiko dar; Derntl nutzt Querlüftung mit Wind-Chill-Effekt und Schatten im Auslauf. Für Sprühkühlung gibt es noch keine Praxiserfahrung, Wärmepumpen stoßen bei hohen Luftwechselraten an Grenzen.
Auslauf stärkt Wohlbefinden und Aktivität
Ab dem 28. Tag steht den Enten der Auslauf offen – bei jeder Witterung. Pro Tier werden 4,5 m² bereitgestellt. Derntl beobachtet keine negativen Effekte auf Futterverwertung oder Gewicht; Sonne, Bewegung und Grünfutter wirken sich positiv auf das Wohlbefinden aus. Die Enten bestehen auf den Auslauf – auch bei Regen.
Mastende und Schlachtung gut planen
Das Mastziel von 3.500 g wird nach etwa 49 bis 53 Tagen erreicht. Eine spätere Schlachtung erschwere das Rupfen, da die Tiere in die Mauser kommen. Das Fangen von 3.000 Tieren dauert mit acht Personen rund eineinhalb Stunden. Für die Schlachtung sind u. a. Transportbescheinigung, Aufzuchtblätter, Salmonellenbefund, Gesundheitsbescheinigung und das Herdenbestandsblatt erforderlich.
Tipps für die Haltung kleiner Gruppen
Für die Haltung kleiner Entengruppen spielt vor allem eine konsequente Hygiene eine zentrale Rolle. Alle Bereiche sollten regelmäßig mit dem Hochdruckreiniger gereinigt und anschließend desinfiziert werden. Wichtig sind außerdem geeignete bauliche Voraussetzungen wie glatte Betonflächen oder Sandwichpaneele, die eine gründliche Reinigung erleichtern. Der Aufbau einer stabilen Stallmikroflora durch Probiotika unterstützt zusätzlich die Tiergesundheit.
Sinnvoll ist es, in einfache Automatisierung zu investieren: Nippeltränken sichern eine optimale Wasserhygiene, Futterautomaten erleichtern die Versorgung und ein Lichtprogramm lässt sich bereits mit günstigen Zeitschaltuhren zuverlässig steuern. Auch Lüftung und Heizung können kostengünstig über automatische Temperatursensoren geregelt werden. Unter offenen Wasserstellen empfiehlt sich ein Rost mit Ablauf – er spart Einstreu, reduziert Verschmutzung und senkt den Arbeitsaufwand deutlich.
Hygiene entscheidet über den Erfolg
„Die Hygiene darf nicht vernachlässigt werden. Die Enten sind zwar superrobust – also wir haben die letzten sieben Jahre ehrlich wirklich noch nie Antibiotika gebraucht – sie halten extrem viel aus, aber wenn es ihnen nicht gut geht, dann gibt's einfach verstärkt Kümmerer oder einfach nicht diese guten Mastleistungen.”




































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