Obwohl die Gesamtzahlen rückläufig sind, bleibt die Lage durch neue HPAI-Ausbrüche in Ungarn und Polen für Geflügelhalter angespannt.
In den vergangenen drei Wochen wurden nur in Ungarn und Polen neue Ausbrüche der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) in Geflügelbetrieben registriert. In Ungarn betrafen die neuen Fälle sechs Betriebe, in Polen vier. Das geht aus aktuellen Daten des Europäischen Tierseucheninformationssystems hervor.
Seit Jahresbeginn 2025 wurden europaweit 242 HPAI-Ausbrüche bei Geflügel gemeldet – verteilt auf 16 Länder. Im Vergleichszeitraum 2024 waren es mit 451 Ausbrüchen in 20 Ländern deutlich mehr. In 236 der diesjährigen Fälle wurde das Virus als H5N1 identifiziert. In sechs weiteren Fällen handelt es sich ebenfalls um H5-Viren, deren genaue N-Typisierung noch nicht feststeht, so der Bericht des von der EU-Kommission geführten Überwachungssystems.
HPAI-Ausbrüche in Ungarn nehmen stark zu
Ungarn weist laut Tierseucheninformationssystem mit bisher 101 Ausbrüchen im Jahr 2025 die meisten Fälle innerhalb der EU auf. Es folgen Polen mit 84 Ausbrüchen. Der erste HPAI-Fall in einem ungarischen Geflügelbetrieb wurde im September 2024 festgestellt. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Ausbrüche in Ungarn seitdem auf 293.
Die aktuell gemeldeten sechs Fälle betreffen Mastputen in der Provinz Bekes sowie drei Stopfenten- und zwei Fleischputenherden in Bacs-Kiskun. Diese südungarische Region ist mit bislang 227 bestätigten Fällen ein Schwerpunkt des Infektionsgeschehens.
Polen meldet erste Vogelgrippe-Fälle in Pommern
In Polen stieg die Zahl der Ausbrüche seit Oktober 2024 um vier auf insgesamt 85. Drei aktuelle Fälle traten in der Provinz Großpolen auf, ein weiterer erstmals in Pommern im Norden des Landes. Laut Angaben der polnischen Veterinärinspektion mussten im Zeitraum 2024–2025 bereits über 7,7 Millionen Hühner gekeult werden.
Auch Wildvögel massiv vom H5N1-Virus betroffen
Neben Hausgeflügel sind auch Wildvögel betroffen: Insgesamt wurden laut Europäischem Tierseucheninformationssystem 532 Ausbrüche bei Wildvögeln gemeldet. Zu den jüngsten Fällen zählen zwölf neue Nachweise in sieben Ländern: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Litauen, Norwegen und Polen.
In Norwegen wurde erstmals 2025 der HPAI-Subtyp H5N5 festgestellt – in den übrigen Ländern handelte es sich um den bekannten Typ H5N1. In Schweden wurde bei einem tot aufgefundenen Adler im April erstmals seit über zwei Jahren wieder H5N5 nachgewiesen.




































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