Deutschlands Schlachtunternehmen haben im ersten Halbjahr 2026 deutlich weniger Geflügelfleisch produziert. Obwohl die Zahl der geschlachteten Tiere nur um 0,8 Prozent sank, ging die Fleischmenge um 3,2 Prozent zurück. Vieles spricht dafür, dass vor allem die schrumpfende Putenhaltung die Bilanz belastet. Bei Schweinefleisch zeigt der Trend dagegen leicht nach oben.
Geflügelfleischproduktion sinkt um 24.900 Tonnen
Die deutschen Schlachtunternehmen haben von Januar bis Juni 2026 rund 755.000 Tonnen Geflügelfleisch erzeugt. Das waren 24.900 Tonnen oder 3,2 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor.
Insgesamt schlachteten die gewerblichen Betriebe 343,2 Millionen Tiere verschiedener Geflügelarten. Damit sank die Zahl gegenüber dem Vorjahreszeitraum lediglich um 0,8 Prozent.
Auffällig ist die Differenz: Die erzeugte Fleischmenge ging deutlich stärker zurück als die Zahl der geschlachteten Tiere.
Schrumpfende Putenhaltung dürfte Produktion bremsen
Eine Ursache dürfte in der rückläufigen Putenhaltung liegen. Destatis selbst nennt in der aktuellen Statistik allerdings keine Gründe für den Produktionsrückgang.
Bereits die Zahlen für 2025 zeigten jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Geflügelarten. Damals hielt vor allem die wachsende Hähnchenfleischerzeugung die gesamte Geflügelfleischproduktion stabil. Gleichzeitig ging die Produktion von Putenfleisch zurück.
Marktbeobachter führen die Entwicklung unter anderem auf vergleichsweise hohe Produktionskosten in der Putenhaltung und eine schwächere Nachfrage zurück. Verbraucher greifen demnach häufiger zum preisgünstigeren Hähnchenfleisch.
Dass die Fleischmenge im ersten Halbjahr 2026 stärker sank als die Zahl der geschlachteten Tiere, könnte darauf hindeuten, dass sich die Verschiebung innerhalb der Geflügelproduktion fortsetzt.
Putenfleisch belastete schon früher die Bilanz
Ein Rückgang der Putenfleischerzeugung hatte bereits 2021 und 2022 maßgeblich dazu beigetragen, dass die gesamte deutsche Geflügelfleischproduktion schrumpfte.
Ansonsten kannte die Geflügelfleischerzeugung seit 2010 überwiegend nur eine Richtung: Sie wuchs oder blieb zumindest weitgehend stabil.
Deutsche Fleischerzeugung insgesamt leicht rückläufig
Über alle Tierarten hinweg erzeugten die gewerblichen Schlachtunternehmen im ersten Halbjahr 2026 rund 3,4 Millionen Tonnen Fleisch. Das waren 14.700 Tonnen oder 0,4 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Während Schweine- und Rindfleisch weitgehend stabil blieben beziehungsweise leicht zulegten, fällt der Rückgang beim Geflügelfleisch deutlich stärker aus.




































Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.