Erfolg für deutsche Geflügelhalter: Weniger Antibiotika-Resistenzen

10 Juli 2025
Masthuhn
Geflügel Mensch

Während Europas Geflügel weltweit die meisten Resistenzgene trägt, zeigt Deutschland als Vorreiter mit sinkenden Werten die positiven Effekte von weniger Antibiotika.

Eine aktuelle Studie unter Leitung von Bintao Li und Lan Jiang von der Northwest A&F University in China hat die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen bei Nutztieren weltweit untersucht. Im Kot von Hühnern, Schweinen und Rindern fanden die Forschenden insgesamt 2291 Subtypen von Genen, die Krankheitserreger unempfindlich gegenüber Antibiotika machen, sowie 3166 Subtypen mit möglicher Resistenzwirkung. Wie das Fachmagazin Science Advances berichtet, nutzte das Team dafür Daten aus 26 Ländern, darunter auch Deutschland.

Geflügel in Europa insgesamt stark belastet

Laut Science Advances ist Geflügel in Europa besonders stark betroffen: Dort wiesen Hühner mit insgesamt 314 unterschiedlichen Resistenzgenen die höchste Zahl auf. Jedoch zeigte sich innerhalb Europas ein deutlicher Unterschied: Während in Polen durchschnittlich 5,26 Resistenzgene pro Zelle nachgewiesen wurden, waren es in Deutschland nur 0,61.

Deutschland als Vorreiter bei weniger Resistenzgenen

Deutschland und Spanien waren die einzigen Länder, in denen die Zahl der Resistenzgene im Hühnerkot im Beobachtungszeitraum rückläufig war. Bei Schweinen hingegen blieb die Belastung mit Resistenzgenen hierzulande stabil, aber auf einem niedrigen Niveau. Diese Entwicklung wird als Hinweis auf eine wirksame Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes in der Geflügelhaltung in Deutschland gewertet.

Die Wissenschaftler stellten zudem fest, dass die Risiken für künftige Antibiotikaresistenzen bei Hühnern weltweit am höchsten in Afrika und am niedrigsten in Europa einzuschätzen sind. Bei Schweinen liegen die Risiken dagegen in Europa und Asien höher als in Amerika.

Große Unterschiede zwischen Kontinenten und Tierarten

Die Studie ergab, dass Schweine in Asien die größte Vielfalt an Resistenzgenen aufweisen. Bei Rindern war Nordamerika führend. Anders beim Geflügel: Dort stellte Europa die meisten unterschiedlichen Resistenzgene fest. Diese Unterschiede sind auf die intensive Nutzung von Antibiotika in der Nutztierhaltung zurückzuführen. Laut den Autoren werden über 70 Prozent der weltweit produzierten Antibiotika in der Viehzucht eingesetzt, um Krankheitsausbrüche in den oft dichten Beständen zu verhindern.

Rückgang bei Resistenzgenen durch weniger Antibiotika

Laut Science Advances zeigen sich positive Effekte, wenn der Antibiotikaeinsatz reduziert wird. In China ging die Menge der Resistenzgene im Schweinekot seit 2014 zurück, vermutlich aufgrund strengerer Vorschriften. Ähnliche Rückgänge wurden in den USA zwischen 2016 und 2018 beobachtet, nachdem dort neue Regeln für Tierfutter eingeführt wurden.

Tierkot als Frühwarnsystem: Resistenzgene frühzeitig erkennen

Die Forschenden glichen die Tierdaten mit Proben aus menschlichem Kot ab und fanden starke Überschneidungen: 1250 Resistenzgene aus Hühnerkot tauchten auch beim Menschen auf. Dies zeigt, dass Nutztier-Mist ein bedeutender Überträger von Resistenzen sein kann. Das Team schlägt daher vor, Tierkot künftig als Frühwarnsystem zu nutzen, ähnlich wie Abwasserüberwachung, um die Ausbreitung von Resistenzen frühzeitig zu erkennen.

Geflügelnews
Bild: AdobeStock_gpointstudio
Quelle: ntv

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