TLC Landgeflügel: „Ab Freitag läuft bei uns die Althennen-Schlachtung“
Für viele Legehennenhalter ist das ein Problem: Wohin mit den Althennen? Nach dem „Aus“ am bayerischen Schlachthof Buckl hat sich die Lage verschärft. Jetzt gibt es neue Möglichkeiten: Die TLC Landgeflügel, ein Traditions-Hähnchenschlachthof mit Sitz in Niederbayern, schlachtet ab dieser Woche auch Althennen – mit einem Vermarktungskonzept dahinter.
Für viele Legehennenhalterinnen und Legehennenhalter in ganz Deutschland ist es eher ein leidiges Thema als zusätzliche Erlösquelle: Die Vermarktung ihrer Althennen. Nach dem „Aus“ des bayerischen Hennenschlachthofs Buckl im April vergangenen Jahres wegen Tierschutzverstößen hat sich die Situation noch verschärft.
Vermarktung Althennen nach Polen
Aus ganz Deutschland werden Althennen aktuell vielfach nach Polen vermarktet. Das berichtet auch Helga Futterknecht, Geschäftsführerin des Geflügelwirtschaftsverbandes Rheinland-Pfalz, von ihren Mitgliedsbetrieben. Jetzt gibt es -zumindest etwas näher als Polen- in Bayern wieder eine Möglichkeit, Althennen schlachten zu lassen. Aus diesem Grund hatte der Geflügelwirtschaftsverband Rheinland-Pfalz zu seiner Mitgliederversammlung in Koblenz Vertreter der TLC Landgeflügel GmbH, eingeladen. Sie stellten dort ihr Konzept vor.
Stellten ihren TLC Landgeflügel Schlachthof in Koblenz vor (v.l.): Jürgen Himmel, Tina Groß und Patrick Fritz
„Bei uns werden ab Freitag Althennen geschlachtet“, konnte Tina Groß, Geschäftsführerin des Hähnchenschlachthofs mit Sitz in Massing, Niederbayern, verkünden. Der familiengeführte Betrieb verarbeitet pro Tag zwischen 15.000 und 30.000 Masthähnchen und setzt mit seiner Marke „Traditionsgeflügel mit Herz“ auf Regionalität und Nachhaltigkeit. So gibt es eine Linie „Bio“ und eine Linie „mehr Tierwohl“. Vermarktet wird über eigene Fachgeschäfte, an Marktbeschicker, an die Gastronomie, an den Groß- und Lebensmittelhandel.
Genehmigung für CO2-Betäubung der Althennen
Bis zur ersten Althennen-Schlachtung war es ein längerer Weg, erzählt Patrick Fritz, für den Verkauf zuständig. Der längere Genehmigungsweg war dadurch entstanden, dass TLC an seinem Schlachthof auch die Althennen mittels CO2 betäuben wollte – wie es bei den Hähnchen gemacht wird. Bei diesem Verfahren müssen die Tiere nicht vor dem Betäuben aus den Transportkisten genommen und aufgehängt werden. Sie werden in den Kisten verbleibend betäubt und erst anschließend herausgenommen und aufgehängt.
Tiere bleiben zur Betäubung in Kisten
Der Geflügelschlachtbetrieb Buckl war im vergangenen Jahr in die Kritik geraten, weil heimlich gedrehte Videoaufnahmen gravierende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz beim Entnehmen aus den Transportkisten und Aufhängen für die Betäubung per Elektro-Wasserbad.
„Wir sehen einen klaren Markt für hochwertige Suppenhühner und möchten diesen mit hiesiger Ware bedienen“, sagt Patrick Fritz von TLC Landgeflügel.
„Uns war wichtig, ein Verfahren zu nutzen, bei dem das Entnehmen der noch nicht betäubten Hennen entfällt,“, erklärte Patrick Fritz. Da es in der EU zwar vergleichbare Schlachtanlagen gibt, nicht aber in Deutschland, war eine Abstimmung mit der Genehmigungsbehörde, der Bayerischen Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) erforderlich. Jetzt liegt die Genehmigung für das Schlachten der Althennen mit CO2-Betäubung jedoch vor. Der Schlachthof hat eine Kapazität von bis zu 25.000 Althennen pro Tag. Die Kapazität wird aktuell weiter ausgebaut, um in Zukunft bis zu 60.000 Althennen pro Tag schlachten zu können.
Passendes Vermarktungskonzept für Althennen
Wichtig sei TLC Landgeflügel, so Patrick Fritz, ein Vermarktungskonzept für die Althennen: „Wir sehen einen klaren Markt für hochwertige Suppenhühner und möchten diesen mit hiesiger Ware bedienen.“ Die Suppenhühner sollen unter dem Logo „Omas Suppen-Landhuhn“ vermarktet werden – in den Varianten Bio-, Freiland- und Bodenhaltung.
Am Freitag, den 24. April 2026, lädt TLC Landgeflügel von 10 bis 16 Uhr zu einem „Tag der Offenen Tür“ an ihrem Schlachthof in Massing ein. Um Anmeldung unter j.himmel@tlc-landgefluegel.de wird gebeten.
Christa Diekmann-Lenartz
Bild:
Christa Diekmann-Lenartz, Adobe_Stock_Angelika-Heine
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