Die plötzliche Schließung der Legehennenschlachterei Buckl nach Tierschutzverstößen bringt viele süddeutsche Geflügelbetriebe in akute wirtschaftliche und logistische Not.
Schlachterei-Ausfall belastet Süddeutschlands Legehennenhalter
Die Legehennenschlachterei Buckl in Wassertrüdingen steht seit über einer Woche still. Für viele Legehennenhalter in Süddeutschland, die ihre Althennen dort regelmäßig schlachten ließen, stellt dies eine erhebliche Belastung dar. Der Betrieb war die zentrale Anlaufstelle für die Althennenschlachtung in Bayern und Baden-Württemberg. „Für uns Landwirte wäre es ein großer Verlust, wenn der Betrieb Buckl nicht wieder öffnet“, sagt Legehennenhalter Florian Nassl aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck.
Auch der Eierhof Sonnendorfer im Landkreis Erding ist betroffen. Betriebsleiter Sebastian Braun erklärt, dass man seit 20 Jahren mit Buckl zusammenarbeite. Besonders nach Ostern müssten viele Ställe dringend geräumt und gereinigt werden, da die neuen Junghennen bereits bestellt sind. Ein längerer Verbleib der Althennen im Stall sei keine Option. Braun berichtet: „Momentan verkaufen wir die Althennen an Betriebe, die diese weiter als Legehennen einsetzen.“
Lange Tiertransporte als Notlösung – Kritik an den Zuständen
Ein weiteres Problem sind die deutlich längeren Transportwege zu alternativen Schlachtbetrieben. Tiere müssten teilweise bis nach Sachsen-Anhalt, Norddeutschland oder Polen transportiert werden – über zwölf Stunden Fahrt. Landwirt Florian Nassl kritisiert: „Das Ganze wird auf dem Rücken der Tiere ausgetragen.“
Tierschutzverstöße bei Buckl als Auslöser
Hintergrund der Schließung sind schwerwiegende Tierschutzverstöße, die im Schlachtbetrieb Buckl aufgedeckt wurden. Die Geflügelwirtschaft in Bayern und Baden-Württemberg distanziert sich deutlich von diesen Vorfällen. In einer Pressemitteilung bezeichnet sie die Zustände als „absolut inakzeptabel“ und fordert eine vollständige Aufklärung sowie Konsequenzen für die Verantwortlichen.
Wolfgang Schleicher vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) betont die Rolle der Kontrollbehörden. Zwar sei ein amtlicher Tierarzt täglich vor Ort, jedoch liege die Hauptverantwortung beim Betrieb selbst.
Die Bayerische Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit (KBLV) erklärt, dass bei früheren Kontrollen keine strafrechtlich relevanten Verstöße festgestellt worden seien. Die schweren Misshandlungen seien offenbar außerhalb amtlicher Aufsicht geschehen. Die Sprecherin der KBLV stellt klar: „Dieses Eigenkontrollsystem hat im vorliegenden Fall offensichtlich nicht funktioniert.“
Branche in Not: „Für 90 Prozent gibt es keine Lösung“
Laut dem Landesverband der Bayerischen Geflügelwirtschaft (LVBGW) ist mit der Schließung eine tägliche Schlachtkapazität von bis zu 100.000 Tieren weggefallen. Besonders kleine und mittlere Betriebe seien nun unter Druck. Der Bayerische Geflügelzüchterverband hat zwar eine Liste mit alternativen Schlachtstätten veröffentlicht, doch deren Kapazitäten sind begrenzt.
Christian Paletta, Betreiber einer kleineren Schlachterei in Holzheim, erklärt: „Wir können im Endeffekt etwas am Schlachten übernehmen, aber das Problem ist die anschließende Vermarktung der Suppenhennen.“ Die Buckl-Schlachterei hatte hierfür mit dem Produkt „Luna Suppenhuhn“ eine feste Listung im Lebensmitteleinzelhandel. „Für 90 Prozent der Landwirte haben wir keine Lösung“, so Paletta.




































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