Neustart des Geflügelschlachthofs Buckl in Wassertrüdingen gescheitert

14 Oktober 2025
Deutschland
Bio Legehenne


Die Hoffnungen der süddeutschen Legehennenhalter auf einen Neustart des früheren Schlachtbetriebs für Althennen in Wassertrüdingen sind geplatzt. Die Pläne zur Wiederaufnahme des Betriebs scheiterten trotz intensiver Verhandlungen.

Kein Neustart für den Schlachthof Buckl

Michael Häsch, Vorstandsmitglied für die Legehennenhalter beim Landesverband der Bayerischen Geflügelwirtschaft (LVBGW) und Vorsitzender des Tiergesundheitsdienstes Bayern (TGD), äußerte sich enttäuscht im Gespräch mit dem Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt.

Ende April wurde der Geflügelhof Buckl nach Verstößen gegen geltende Tierschutzmaßnahmen geschlossen. Über fünf Monate hinweg führte der LVBGW unter Federführung von Vorsitzendem Robert Schmack intensive Gespräche mit Erzeugern, Verbänden, Ministerien, Behörden und Vertretern des Einzelhandels, um eine Wiederaufnahme zu prüfen. Ziel war es, Verantwortung zu übernehmen und den Betrieb zukunftsfähig zu gestalten.

Intensive Verhandlungen und Businessplan: LVBGW wollte Verantwortung übernehmen

Gemeinsam mit einer Wirtschaftsprüfungskanzlei wurde unter anderem ein Businessplan entwickelt, der auch die künftige Vermarktung berücksichtigte. „Wir wissen aus Gesprächen mit dem Handel, dass dieser bereit wäre, wieder Ware abzunehmen“, so Häsch. Rund 150 Betriebe hatten ihr Interesse bekundet und etwa zwei Millionen Euro Kapital bereitgestellt.

Häsch betont, dass dies eine große Leistung der Betriebe gewesen sei. Letztlich scheiterte der Neustart jedoch an zu hohen Anforderungen der Landesförderbank Bayern (LfA). Es hätten zusätzliche Bürgschaften und Investitionen, etwa für Kameraüberwachung oder CO₂-Betäubung, im zweistelligen Millionenbereich benötigt – ein Betrag, der nicht aufgebracht werden konnte. Anfang Oktober entschieden Schmack und Häsch, das Projekt nicht weiterzuverfolgen.

Reaktionen der Legehennenhalter: Enttäuschung über verpasste Chance

Die Enttäuschung bei den Legehennenhaltern ist groß. Häsch bezeichnet die Entwicklung als „verpasste Chance“ für den Geflügelstandort Süddeutschland. Er prognostiziert, dass kleinere Betriebe künftig Probleme bei der Vermarktung ihrer Althennen bekommen werden, während größere Betriebe die Tiere in größere Gruppen zusammenfassen und über den Export oder norddeutsche Schlachthöfe vermarkten.

Unklarer Ausblick: Neustart nur bei geänderten Förderbedingungen möglich

Ob der Betrieb irgendwann wieder aufgenommen wird, ist derzeit unklar. Die Betreiber stünden weiterhin „Gewehr bei Fuß“, doch solange die Forderungen der LfA bestehen, sei ein Neustart nicht realistisch. Selbst bei einer Wiederaufnahme wäre eine schwarze Null laut Häsch erst 2028 oder 2029 möglich.

Geflügelnews
Bild: Kristoffer Finn
Quelle: Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, Annette Seidl

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