Studie: H5N1-Viren können in Rohmilchkäse überleben – Schutzmaßnahmen empfohlen

15 Oktober 2025
Biosicherheit
Käase und H5N1

Geflügelpest in Rohmilchkäse? Forscher der Cornell University zeigen, dass H5N1 unter bestimmten Bedingungen in Käse überleben kann – wichtige Schutzmaßnahmen für Landwirte und Käsehersteller.

Geflügelpest in Rohmilchkäse: H5N1 kann unter bestimmten Bedingungen infektiös bleiben

Ein Forschungsteam der Cornell University hat herausgefunden, dass das H5N1-Virus der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) unter bestimmten Bedingungen in Rohmilchkäse überleben kann. Die entscheidende Rolle spielt der pH-Wert der Milch während der Käseherstellung.

HPAI-Viren überleben nur bei bestimmten pH-Werten

In der Studie wurde Rohmilch mit verschiedenen pH-Werten (5,0, 5,8 und 6,6) verwendet. Dabei zeigte sich:

  • Bei pH 5,0 überlebten die HPAI-Viren den Herstellungsprozess nicht.
  • Bei pH 5,8 und 6,6 blieben die Viren im Käse infektiös.

Diese Werte spiegeln den typischen Bereich von Rohmilchkäse wider: Cheddar liegt etwa bei pH 5,4, Camembert bei pH 7, Feta bei pH 4,6.

Infektionen bei Tieren und Gesundheitsrisiko für Menschen

In Fütterungsversuchen mit Frettchen, die sehr anfällig für H5N1 sind, infizierten sich nur Tiere, die kontaminierte Rohmilch tranken. Frettchen, die den daraus hergestellten Rohmilchkäse erhielten, wurden nicht infiziert.

Die Forscher vermuten, dass die flüssige Milch den Viruskontakt mit den Schleimhäuten erleichtert, während der Käse das Virus weniger wirksam überträgt.

Schutzmaßnahmen bei der Käseherstellung

Um ein Gesundheitsrisiko für Menschen auszuschließen, empfehlen die Wissenschaftler folgende Maßnahmen:

  • Rohmilch vor der Käseherstellung testen
  • Nur virusfreie Milch verwenden
  • Rohmilch leicht erhitzen, um H5N1 effektiv zu inaktivieren, ohne die Käseeigenschaften zu verändern

Prof. Diego Diel betont, dass diese Methoden sowohl Sicherheit als auch Qualität gewährleisten.

Studie und Förderung

Die Studie wurde von der US-amerikanischen FDA und dem Landwirtschaftsministerium von New York gefördert und in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ veröffentlicht.

Geflügelnews
Bild: AdobeStock_ ALF photo, AdobeStock_Brad Pict
Quelle: AgE

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