Krankheitserreger gelangen nicht nur über Menschen oder Material in den Stall. Auch die Luft spielt eine größere Rolle als lange angenommen. Francisca Velkers zeigt, wie Betriebe das Risiko mit einfachen Mitteln senken können.
Luft als unterschätzter Übertragungsweg
Bei starkem Wind sollten Betriebe die Lufteinlässe auf einer Stallseite schließen. Diese Maßnahme kann verhindern, dass kontaminierte Partikel in den Stall gelangen.
Darauf weist Gezondheidscentrum voor Pluimvee hin. Der Ansatz wirkt simpel, greift aber gezielt in einen bislang oft unterschätzten Übertragungsweg ein.
Auf einer Fachveranstaltung des niederländischen Gezondheidscentrums voor Pluimvee lenkte Tierärztin Francisca Velkers den Blick auf einen oft übersehenen Faktor: die Luft. Viren können sich über Staub, Federn, Mist oder Insekten verbreiten und durch Lufteinlässe in den Stall gelangen.
Lufteinlässe als kritischer Punkt
Untersuchungen und Messungen aus der Praxis zeigen, dass Lufteinlässe eine Schwachstelle in der Biosicherheit darstellen können. Feine Staubpartikel und sogar Wassertröpfchen können unter bestimmten Bedingungen in den Stall gesogen werden und dabei möglicherweise Krankheitserreger mitführen. Experimente zeigen, dass Maßnahmen wirken können. Der Einsatz mehrerer Lagen Windschutznetz kann die Menge an Viruspartikeln, die in den Stall gelangt, deutlich verringern und damit das Infektionsrisiko senken.
Biosicherheit beginnt im Alltag
Neben der Technik entscheidet das Verhalten im Betrieb. Schon kleine Fehler können große Folgen haben. Dazu zählen:
- fehlender Wechsel von Schuhen
- Vermischung von sauberen und unsauberen Wegen
- Einsatz von Geräten in mehreren Ställen
Auch äußere Einflüsse wirken mit. Regen, Fahrzeuge oder Feldarbeiten können kontaminiertes Material in Stallnähe bringen. Schädlinge und Insekten verstärken das Risiko zusätzlich.
Nur ein Gesamtkonzept schützt wirksam
Die Fachfrau zieht ein klares Fazit: Betriebe müssen Prävention ganzheitlich denken. Impfungen bilden die Grundlage. Ergänzend braucht es eindurchdachtes Biosicherheitskonzept – auch mit Blick auf weniger offensichtliche Wege wie Luftströmungen.
Der einfache Schritt, Lufteinlässe bei starkem Wind gezielt zu schließen, zeigt, wie praxisnah solche Maßnahmen sein können.




































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