In den Niederlanden wird ab 2026 das Töten männlicher Eintagsküken für den niederländischen und deutschen Markt gestoppt.
Neuer Fahrplan der niederländischen Eierbranche
Ab 2026 sollen in den Niederlanden jährlich sechs bis sieben Millionen Eintagsküken weniger getötet werden. Dieses Ziel wurde in einem gemeinsamen Fahrplan der niederländischen Geflügelindustrie, des niederländischen Tierschutzvereins und des Landwirtschaftsministeriums (LVVN) festgelegt. Entscheidend für den Erfolg ist eine steigende Nachfrage nach sogenannten ZED-Eiern („Zonder Eendagshaantjes Doden“) sowie die Bereitschaft der Verbraucher, höhere Kosten für diese Eier zu tragen.
ZED-Eier: Was sie kosten und wie sie den Markt verändern
ZED-Eier wurden als Begriff speziell für die Business-to-Business-Kommunikation in den Niederlanden eingeführt. Verbraucher sollen sich bewusst für diese Eier entscheiden können. Laut Berechnungen von Wageningen Economic steigt der Selbstkostenpreis für ein solches Ei um etwa 1,15 Cent für den Geflügelhalter. Um den Fortschritt bei der Umsetzung des Ziels zu überwachen, arbeiten die beteiligten Parteien bereits an einer Datenbank mit relevanten Zahlen und Erkenntnissen.
Drei Lösungsansätze zur Vermeidung des Tötens männlicher Eintagsküken
Zur Umsetzung des Ziels gibt es drei wesentliche Methoden:
- Geschlechtsbestimmung im Ei: Eier mit männlichen Embryonen werden bereits am 12. Bruttag aussortiert. Niederländische Zuchtunternehmen haben hierzu bereits entsprechende Geräte installiert.
- Aufzucht der Bruderhähne für die Fleischproduktion: Legehennen-Aufzuchtorganisationen haben Kapazitäten für die Mast männlicher Küken geschaffen.
- Zweinutzungshühner: Diese Rassen sind sowohl für die Eierproduktion als auch für die Fleischgewinnung geeignet. Da sie schwerer sind als herkömmliche Legehennen, ist die Mast der Hähne wirtschaftlich attraktiver.
Tierschutz als gemeinsames Ziel
Die niederländische Landwirtschaftsministerin Femke Wiersma lobt das Engagement der Branche und betont, dass die niederländische Landwirtschaft aktiv Verantwortung für den Tierschutz übernimmt. Sie zeigt sich zuversichtlich, dass das Ziel erreicht wird und die Niederlande ab 2026 Konsumeier ohne das Töten von Eintagsküken produzieren können.

































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