Hitzestress: Die heißen Tage sind noch nicht vorbei

06 August 2026
Hitzestress
Masthähnchen

Auch in den kommenden Tagen wird das Thermometer vielerorts in Deutschland wieder die 30-Grad-Marke übersteigen. Für Geflügel ist dies besonders problematisch, da es nicht schwitzen kann. In Niedersachsen mussten nach dem Hitzewochenende Ende Juni rund dreimal so viel Geflügel-Kadaver von Betrieben abgeholt werden wie nach einem weniger heißen Wochenende. 

Niedersachsen ist in Deutschland das Bundesland mit mengenmäßig am meisten Nutzgeflügel. Dort waren nach dem Hitzewochenende des 27. und 28. Juni diesen Jahres mit 304 t rund dreimal so viel Geflügel-Kadaver an die Tierkörperbeseitigungseinrichtungen abgeliefert worden wie – zum Vergleich - nach dem weniger heißen Wochenende 13. und 14. Juni. Darüber hatte das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium kürzlich informiert. 

Landesverband: Immer noch niedriges Niveau 

Der Landesverband der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW) betonte dazu gegenüber dem NDR, dass der Anstieg an Verlusten auf einem extrem niedrigen Grundniveau stattgefunden habe: Wenn sechs statt zwei Masthähnchen am Tag sterben, sei das bei insgesamt 30.000 Tieren im Stall immer noch wenig. Der Vorsitzende Friedrich-Otto Ripke sagte, die Geflügelhalter hätten sich in den vergangenen Jahren sehr gut gegen die Hitze gerüstet. Die Geflügelhalter haben laut Verband zusätzliche Lüfter und Sprühanlagen in den Ställen installiert.

Tierschutzrecht verpflichtet zum Handeln

Tierhalter seien nach dem Tierschutzrecht verpflichtet, ihre Tiere vor Leiden und damit auch vor Hitzestress zu schützen, schreibt das Landwirtschaftsminiterium. Gebe es Hinweise auf unzureichende Maßnahmen, könnten die kommunalen Veterinärämter die Haltungsbedingungen kontrollieren und Anordnungen treffen. Tierhaltende Betriebe müssten deshalb unter anderem für genügend Wasser, Schatten sowie eine ausreichende Be- und Entlüftung der Ställe sorgen. Auch Tiertransporte müssten bei Hitze angepasst werden.

PM/Christa Diekmann-Lenartz
Bild: Kristoffer Finn

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