Goldnick: „Tierhaltung, Klima und Wirtschaft müssen zusammenpassen“
ZDG-Präsident Hans-Peter Goldnick fordert eine praxisorientierte Agrarpolitik mit weniger Bürokratie, um Wettbewerbsfähigkeit, Tierhaltung und Klimaschutz in Einklang zu bringen.
Koalitionsverhandlungen als Chance
Die anstehenden Koalitionsverhandlungen bieten eine wichtige Chance, die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft zukunftsfähig aufzustellen. Hans-Peter Goldnick, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG), ruft die politischen Akteure dazu auf, konstruktive und praxisorientierte Lösungen zu erarbeiten. Er sieht positive Signale aus den bisherigen Gesprächen der potenziellen Regierungsparteien: „Die bisherigen Signale aus den Gesprächen der möglichen Koalitionäre stimmen mich überwiegend hoffnungsvoll, dass eine zukunftsorientierte und pragmatische Agrar- und Ernährungspolitik in Angriff genommen wird.“
Landwirtschaft braucht Planungssicherheit
Zentrale Anliegen der Branche sind laut Goldnick verlässliche Rahmenbedingungen, um die Wirtschaftlichkeit der Betriebe zu sichern und gleichzeitig den Anforderungen an Tierwohl und Klimaschutz gerecht zu werden. „Die Landwirte und Unternehmer der Ernährungswirtschaft brauchen endlich verlässliche politische Rahmenbedingungen. Es geht darum, Wettbewerbsfähigkeit, Tierhaltung und ökologische Aspekte in Einklang zu bringen, ohne die Wirtschaftlichkeit aus den Augen zu verlieren“, betont der ZDG-Präsident.
Ein entscheidender Aspekt ist für ihn die Rolle des Bundeslandwirtschaftsministers. In diesem Zusammenhang begrüßt er die Nominierung von Günther Felßner für das Amt: „Damit verbunden ist, dass ein künftiger Bundesagrarminister zu einer prägenden Stimme in Europa wird. Wir begrüßen daher, dass mit Günther Felßner, der Landwirt wie ich und vom Fach ist, für das Amt des Bundeslandwirtschaftsministers nominiert ist. Unsere Unterstützung mit unserer fachlichen Expertise sagen wir heute schon zu.“
Agrarpolitik: Praxis statt Bürokratie
Ein weiteres zentrales Anliegen des ZDG-Präsidenten ist die Entlastung der Branche von übermäßiger Bürokratie. „Das Übel der überbordenden Bürokratie muss zur zentralen Aufgabe der gesamten Bundesregierung werden“, fordert Goldnick. Er kritisiert, dass immer mehr staatliche Auflagen und Dokumentationspflichten die wirtschaftlichen Spielräume der Betriebe einschränken. Stattdessen müsse die Politik verstärkt auf marktwirtschaftliche Anreize setzen, um Innovationen zu fördern.
"Hans Peter Goldnick: „Wir brauchen endlich Lösungen, die innovationsfreundlich und wirtschaftlich tragfähig gestaltet werden. Das schließt für mich ein, dass untaugliche Rechtsvorschriften auf allen Ebenen auch wieder aufgehoben werden.“"
Für die Geflügelbranche und die gesamte Nutztierhaltung in Deutschland fordert der ZDG-Präsident eine langfristige Entwicklungsperspektive. Die Landwirtschaft müsse sich an der Nachfrage nach tierischen Produkten orientieren können, ohne durch politische Einschränkungen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit benachteiligt zu werden. „Neubauten und ein Umfang der Nutztierhaltung in Deutschland, der im Einklang mit der Nachfrage nach tierischen Lebensmitteln steht, muss das Ziel sein“, erklärt Goldnick.
Tierhaltung: Einheitliche Standards gefordert
Gleichzeitig spricht er sich für eine Weiterentwicklung der Haltungsstandards aus, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen: „Eine Weiterentwicklung von Haltungsstandards ist nur dann akzeptabel, wenn diese realistisch finanzierbar, wissenschaftlich fundiert und endlich europäisch einheitlich sind.“ Eine nationale Insellösung sei nicht zielführend, vielmehr brauche es eine europäische Harmonisierung, um faire Wettbewerbsbedingungen sicherzustellen.
ZDG-Präsident Hans-Peter Goldnick: "Staatliche Vorgaben dürfen nicht zu einem Bremsklotz für die Branche werden."
Politik muss Innovationen ermöglichen
Die Geflügelwirtschaft sei bereit, ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten, doch es bedürfe klarer politischer Rahmenbedingungen, um Innovationen und Investitionen zu ermöglichen. Goldnick warnt davor, dass staatliche Vorgaben nicht zu einem Bremsklotz für die Branche werden dürfen. „Nötig ist aber dann auch, dass die Politik pragmatische Lösungen ermöglicht und nicht zum Bremsklotz wird“, so Goldnick.
Dabei hebt er hervor, dass die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leisten könne – sofern sie die entsprechenden politischen Spielräume erhalte. „Die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft kann Klimaschutz und Ernährungssicherheit vereinen – wenn sie die richtigen politischen Rahmenbedingungen erhält“, betont der ZDG-Präsident.
Goldnicks Appell an die Regierung
Abschließend richtet Goldnick einen eindringlichen Appell an die Verhandler der künftigen Regierung: Die Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft dürfe nicht nur Gegenstand politischer Debatten bleiben, sondern müsse aktiv gestärkt werden. Nur so könne die Branche als Gestalter einer nachhaltigen Zukunft agieren.
„Die Land- und Ernährungswirtschaft darf nicht nur Gegenstand politischer Debatten sein – sie muss gestärkt werden, um aktiver Gestalter einer nachhaltigen Zukunft sein zu können. Wir setzen darauf, dass die kommende Regierung die richtigen Weichen stellt, um eine wettbewerbsfähige, nachhaltige und innovative Geflügelwirtschaft zu ermöglichen“, fasst Goldnick zusammen.
Geflügelnews
Bild:
ZDG, Big Dutchman
Quelle:
Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V.
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