Die niederländische Familie Baetsen hat in Kelpen-Oler (LB) einen modernen Stall für 28.000 1-Stern-Beter-Leven-Masthähnchen gebaut. Mit innovativer Technik wie Wärmetauscher, Staubfiltersystem und hochisolierten Fassaden will der Betrieb die Haltungsbedingungen verbessern und gleichzeitig Energiekosten sparen.
Moderner Stall für 28.000 Sternküken
Am 23. Dezember letzten Jahres nahm die Familie Baetsen ihren neuen Masthähnchenstall offiziell in Betrieb. Der 95 mal 25 Meter große Stall – ergänzt durch einen 7,5 Meter breiten Wintergarten – ist ausschließlich für die Haltung von 1-Stern-Beter-Leven-Masthähnchen vorgesehen. Insgesamt bewirtschaftet die Familie nun sieben Ställe an zwei Standorten mit knapp 100.000 Tieren.
„Wir halten hier 28.000 Sternküken im neuen Stall und 2.800 in unserem zweiten Stall am Standort“, erklärt Betriebsleiter Hans Baetsen (56). „Gemäß der Genehmigung dürfen wir an diesem Standort maximal 35.000 Masthähnchen halten.“
Wärmetauscher mit Staubfilter – für saubere Luft im Stall
Besonders stolz ist die Familie auf den neuen Wärmetauscher mit integriertem Staubfiltersystem. „Dieser Wärmetauscher hat uns angesprochen, weil er leicht zu reinigen ist“, sagt Baetsen. Der rotierende Staubfilter verhindert, dass sich Ablagerungen im System bilden: „Es gelangt kaum Staub in den Wärmetauscher. Die Folienschläuche, durch die frische Außenluft strömt, bleiben sauber.“
Seit der Inbetriebnahme sei das Gerät noch nicht gereinigt worden – ein Beleg für die Effizienz des Filters. Der Wärmetauscher übernimmt den ersten Schritt der Belüftung, die anschließend über Firstlüfter und Lufteinlassventile geregelt wird.
Gut isoliert gegen Hitze und Kälte
Ein weiteres Merkmal des neuen Stalls ist die starke Isolierung von Fassade und Decke. „Auf die Südseite scheint den ganzen Tag die Sonne. Deshalb haben wir die Fassade zusätzlich mit einer 5-Zentimeter-PIR-Platte verstärkt“, berichtet Baetsen.
Die Decke wurde mit 20 Zentimetern Glaswolle und doppelten Pfetten ausgestattet. „So vermeiden wir Kältebrücken und sparen Heizkosten. Gleichzeitig entsteht ein gleichmäßiges Stallklima.“
Beheizt wird der Stall über zwei indirekt arbeitende Winterwarm-Heizgeräte. „Eigentlich wären vier Geräte empfohlen, aber durch die gute Isolierung reicht die halbe Anzahl vollkommen aus“, so Baetsen.
Lüftung, Kühlung und Beleuchtung im Fokus
Die Belüftung erfolgt größtenteils über Firstlüfter sowie zusätzliche Ventilatoren für heiße Sommertage. Eingesetzt werden Scan-Air-Lufteinlassventile, die den Luftstrom gezielt lenken, damit er nicht direkt auf die Küken trifft.
An sehr heißen Tagen sorgt eine Sprühnebelkühlung für Abhilfe. „Wir haben in allen Ställen Nebelkühlung installiert. Gerade im Sommer ist das Gold wert“, erklärt Baetsen.
Auch bei der Beleuchtung setzt der Betrieb auf moderne Technik: 186 Corax-LED-Lampen von Hato sorgen für schattenfreie Ausleuchtung. Ergänzend sind Tageslichtfenster in der Decke verbaut.
Fütterung, Tränken und Tierkontrolle
Die Küken werden mit Minimax-Futtertrögen und Trinknippeln von Roxell versorgt. Automatische Waagen überwachen das Wachstum der Tiere und liefern Daten direkt in den Stallcomputer.
Zusätzlich hängen Kameras im Stall, mit denen das Tierverhalten rund um die Uhr beobachtet werden kann. Sohn Bjorn Baetsen (25) übernimmt zunehmend Verantwortung für die Betreuung der Tiere: „Mit unseren sieben Ställen sind wir für die Zukunft gut aufgestellt. Das ist genug Arbeit, auch wenn mein Vater irgendwann kürzertreten möchte.“
Hygiene und Tierwohl haben Priorität
Besonderen Wert legt die Familie auf Hygiene. Jeder Besucher muss durch eine Durchlaufdusche und Arbeitskleidung anlegen, bevor er den Stall betritt. „Bis 2012 haben wir Truthähne gehalten. Dort war Hygiene noch entscheidender – diese Disziplin haben wir beibehalten“, sagt Annemieke Baetsen.
Die Strohballen, die den Tieren Beschäftigung bieten, werden erst nach den ersten Lebenstagen verteilt. „Sonst setzen sich die Küken alle darum herum und könnten sich gegenseitig erdrücken, weil sie sie wie eine Mutterhenne ansehen“, erklärt Hans Baetsen.
Zusammenarbeit mit Bauunternehmen und Nachbarschaft
Der Stall wurde gemeinsam mit dem Bauunternehmen Beek Agri realisiert. „Man merkt, dass sie Erfahrung mit Masthähnchenställen haben“, lobt Baetsen. Auch das Umweltberatungsbüro vanBuiten unterstützte bei Genehmigungsverfahren.
Um Transparenz zu schaffen, lud die Familie am 29. August zu einem Tag der offenen Tür ein. „Wir wollten Nachbarn und Kollegen zeigen, wie moderne Masthähnchenhaltung aussieht“, berichtet Annemieke. „Die Resonanz war positiv – viele waren überrascht, wie professionell und ruhig es im Stall zugeht.“
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