50-prozentige Feinstaubreduzierung erreichbar, aber kostspielig

07 März 2024
Klima/Lüftung
Feinstaubreduktion

"Eine 50-prozentige Reduktion der Feinstaubemissionen in Geflügelbetrieben ist technisch und praktisch machbar. Wie andere emissionsmindernde Maßnahmen wird sie jedoch mit zusätzlichen Kosten verbunden sein", argumentiert Hilko Ellen. Der Forscher des Wageningen Livestock Research äußerte dies vergangenen Mittwoch (28.2.) auf der Veranstaltung zur Emissionsminderung im niederländischen Barneveld.

Im Februar vergangenen Jahres verabschiedete das niederländische Kabinett in groben Zügen einen Plan zur weiteren Reduzierung von Feinstaub aus Geflügelställen. Dies bedeutet eine 50-prozentige Reduzierung der Staubemissionen für neue Ställe, eine 50-prozentige Reduzierung für bestehende Ställe in Hotspots und eine 30-prozentige Reduzierung für bestehende Ställe außerhalb von Hotspots, und zwar bis zum Jahr 2033.

Ist eine 50-prozentige Reduzierung der Partikelemissionen überhaupt machbar? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Vortrags von Hilko Ellen. Der Wissenschaftler, der am Wageningen Livestock Research forscht, gab einen Überblick über abgeschlossene und laufende Forschungsarbeiten zur Reduzierung von Feinstaubemissionen aus Geflügelställen.

Bereits im Jahr 2017 habe das Wageningen Livestock Research sein Projekt zu quellenorientierten Techniken zur Reduzierung von Feinstaubemissionen aus Geflügelställen gestartet, erinnerte Ellen. Im Ergebnis seien bereits im März 2020 drei bewährte Techniken anerkannt worden. Dazu zählten Systeme, die den Luftdurchsatz erhöhen, ein Vernebelungssystem mit mikrobiologischer Stallreinigungsflüssigkeit sowie Ionisierungssysteme. Doch die praktischen Tests auf Geflügelbetrieben fehlten zu diesem Zeitpunkt noch. "Für die anerkannten Techniken wurde daher eine Unsicherheitsspanne von -10 Prozentpunkten gegenüber dem gemessenen Durchschnitt im Jahr 2020 und darüber hinaus angesetzt", sagt Ellen.

Ionisierung am erschwinglichsten

Um mehr Gewissheit über die Wirksamkeit der Technik zur Feinstaubemission in der Praxis zu erhalten, fänden seit 2021 Messungen in Geflügelbetrieben statt, erklärte Hillen. Auf der Grundlage dieser Messungen würden dann die endgültigen Reduktionsprozentsätze für die verschiedenen Techniken zur Feinstaubemission festgelegt.

Das Ergebnis der Forschungen und praktischen Erhebungen derzeit: "Eine 50-prozentige Reduzierung der Feinstaubemissionen in Geflügelbetrieben ist mit Ionisierungstechniken oder durch die Kombination verschiedener Techniken zur Staubminderung technisch machbar", sagt Ellen. Er betont jedoch, dass nicht alle Techniken miteinander kombiniert werden können und dass die technische Machbarkeit einer Maßnahme zur Feinstaubreduktion auch von der Art des Stalls abhängt. In offenen Ställen wie Putenställen und Ställen mit (überdachten) Ausläufen sei es beispielsweise schwieriger, Feinstaub zu reduzieren, als in geschlossenen Ställen.

Außerdem gibt der Forscher zu bedenken: "Investitionen in die Emissionsminderung erhöhen immer die Kosten in einem Betrieb. Geflügelhalter, die die Feinstaubemissionen ihres Betriebs halbieren oder um 30 Prozent reduzieren, werden dafür keinen Premiumpreis für ihr Produkt erhalten." Nach Ansicht des Forschers ist die Ionisierung die praktikabelste und erschwinglichste Technik zur Reduzierung von Feinstaubemissionen.

Geflügelnews, Tom Schotman
Bild: Gerald Burgers

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