BZL: Fleischverzehr 2024 steigt leicht – Geflügel legt kräftig zu

01 April 2025
Deutschland
Geflügelfleisch

Geflügelfleisch wird in Deutschland zunehmend beliebter. Steigende Produktion, sinkende Preise und eine hohe Selbstversorgung begünstigten den Konsum 2024. Laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft bleibt abzuwarten, ob sich diese Entwicklung langfristig fortsetzt.

Der Fleischverzehr in Deutschland ist laut vorläufigen Daten des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) im Jahr 2024 leicht gestiegen. Pro Kopf wurden durchschnittlich 53,2 Kilogramm Fleisch verzehrt – ein leichter Anstieg gegenüber den beiden Vorjahren. Besonders auffällig ist der Zuwachs beim Geflügelfleisch, das im Verbrauch erneut zulegte.

Geflügelfleisch wird zum Favoriten

Laut BZL stieg der Konsum von Geflügelfleisch um 500 Gramm auf 13,6 Kilogramm pro Person. Während der Konsum von Schweinefleisch leicht sank (minus 100 Gramm auf 28,4 Kilogramm), blieb der Verzehr von Rind- und Kalbfleisch mit 9,3 Kilogramm stabil. Damit behauptet Geflügel zunehmend seinen Platz als wichtige Fleischkategorie im Ernährungsverhalten der Deutschen.

Fleischpreise moderat – Geflügel teils günstiger als 2023

Ein Grund für den gestiegenen Konsum ist der nur moderate Anstieg der Verbraucherpreise für Fleisch. Laut Statistischem Bundesamt erhöhten sich die Preise im Schnitt nur um 1,3 Prozent. Geflügelfleisch wurde sogar günstiger angeboten. Die gesunkenen Preise könnten zur gestiegenen Nachfrage beigetragen haben.

Mehr Geflügel produziert

Die Nettofleischproduktion in Deutschland legte 2024 erstmals seit Jahren wieder zu – um 1,4 Prozent auf insgesamt 7,3 Millionen Tonnen. Die Hühnerfleischproduktion stieg um 1,3 Prozent, was maßgeblich zur höheren Inlandverfügbarkeit beitrug. Im Gegensatz dazu sank die Produktion bei Puten, Enten und Gänsen leicht im Vergleich zum Vorjahr.

Fleischeinfuhr sinkt – Geflügelimporte dennoch im Plus

Während der Außenhandel mit Fleisch insgesamt rückläufig war, stieg die Einfuhr von Geflügelfleisch an. Die Gesamteinfuhr von Fleisch sank um 1,4 Prozent auf 3,14 Millionen Tonnen. Besonders Schweine- und Rindfleisch wurden weniger importiert. Die Ausfuhr von Fleisch insgesamt sank nur leicht um 0,3 Prozent.

Selbstversorgungsgrad bei Geflügel stabil über 100 Prozent

Der Selbstversorgungsgrad bei Geflügelfleisch lag 2024 bei 100,4 Prozent. Damit konnte der inländische Bedarf rechnerisch gedeckt werden. Insgesamt stieg der Selbstversorgungsgrad über alle Fleischarten hinweg von 119,5 auf 120,5 Prozent. Besonders hoch war dieser bei Schweinefleisch mit 134,6 Prozent.

Langfristige Trends noch unklar

Ob es sich bei dem leichten Anstieg im Fleischverzehr um einen dauerhaften Trend handelt, ist laut BZL-Leiter Dr. Josef Goos offen. Der Trend zur flexitarischen Ernährung lasse eine Rückkehr zu früheren Verzehrmengen eher unwahrscheinlich erscheinen. Zudem sei die Vergleichbarkeit mit älteren Daten aufgrund geänderter Bevölkerungszahlen nach dem Zensus 2022 derzeit eingeschränkt.

Geflügelnews
Bild: Adobe Stock_Natasha Breen
Quelle: BZL

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