Organische Säuren gewinnen in der Geflügelhaltung zunehmend an Bedeutung: Sie können nicht nur die Futter- und Wasserhygiene verbessern, sondern auch einen positiven Einfluss auf das Darmmikrobiom und damit auf die Tiergesundheit und -leistung nehmen. Welche Potenziale in ihrem gezielten Einsatz stecken, war Thema der Tagung „Zukunftsfähige Geflügelhaltung 2.0“, zu der das Unternehmen Big Dutchman eingeladen hatte. Dort stellte Holger Kurtz von Trouw Nutrition Deutschland die vielfältigen Effekte organischer Säuren vor – von verbesserter Darmgesundheit bis hin zu hygienischeren Haltungsbedingungen.
Organische Säuren fördern ein stabiles Darmmikrobiom
Der Darm spielt eine entscheidende Rolle für das Wohlbefinden von Tieren und ist das zentrale Organ des Immunsystems. Eine gesunde Darmflora ist daher essenziell für eine effiziente Verdauung, eine optimale Nährstoffaufnahme und eine starke Immunabwehr. Das Mikrobiom des Dünndarms besteht in einem gesunden Zustand zu etwa 90 % aus leistungsunterstützenden Bakterien wie Lactobacilli und Bifidobakterien. Die verbleibenden 10 % setzen sich aus potenziell schädlichen Keimen wie coliformen Bakterien oder Clostridien zusammen. Störfaktoren wie Futter- oder Wasserverunreinigungen oder auch Stress können zu einer Verschiebung dieses Verhältnisses führen. Die Folgen sind eine reduzierte Nährstoffaufnahme, Verdauungsstörungen und eine erhöhte Anfälligkeit für Erkrankungen. Um eine stabile Darmgesundheit zu gewährleisten, muss das Mikrobiom im Gleichgewicht sein. Organische Säuren können hierbei einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie pathogene Keime kontrollieren und gleichzeitig das Wachstum nützlicher Bakterien fördern.
Futterhygiene verbessern – Schimmel und Keimen vorbeugen
Bei der Lagerung von Futtermitteln auf dem Betrieb kann es dazu kommen, dass sich Mikroorganismen wie Schimmel, Hefen oder Enterobacteriaceaen wie E. coli vermehren. Manchmal geschieht das recht schnell, selbst dann, wenn das Futter in hygienisch einwandfreiem Zustand angeliefert wurde. „Wenn wir heiße Tage und kalte Nächte haben, bildet sich Kondenswasser im Silo, wodurch die Futtermittel sehr schnell verderben können“, sagte Kurtz. „Aber auch in der Fütterungsanlage können Keime das Futter kontaminieren.“
Eine Möglichkeit, dem vorzubeugen, ist es, dem Futter direkt am Futterzubringer im Stall eine Säure zuzusetzen. Die Keimbelastung würde dadurch nachweislich sinken, sagte Kurtz. Zudem würde die Verdaulichkeit verbessert werden und die Futteraufnahme erhöht.
Tränkwasser sauber halten: Biofilm und Keime kontrollieren
Was für das Futter gilt, trifft auch auf das Wasser zu. Denn auch Tränkwasser kann eine Quelle mikrobieller Kontamination sein, insbesondere wenn Wasserleitungen Biofilme aufweisen. Vor allem bei Jungtieren kann dies schnell geschehen, da die Leitungen in der Regel für den Bedarf von adulten Tieren ausgelegt sind, wodurch der Wasserdurchsatz bei den Jungtieren reduziert ist. In warmen Ställen entstehen dann schnell optimale Bedingungen für eine Keimvermehrung. Werden spezielle organische Tränkewassersäuren eingesetzt, lässt sich der pH-Wert reduzieren. Durch diese Ansäuerung der Umgebung wird das Wachstum pathogener Keime gehemmt. Gleichzeitig entfalten die Säuren durch die Aufnahme im Tier ihre positiven Wirkungen.
So wirken gepufferte Säuren im Verdauungstrakt
Der Einsatz von Säuren im Wasser kann und sollte im Bedarfsfall gemeinsam mit einer Chlorierung erfolgen. In diesem Falle sollte eine mit Natrium-Formiat gepufferte organische Säure zum Einsatz kommen. Gepufferte Säuren sind weniger korrosiv und senken den pH-Wert nicht so stark ab, wie freie Säuren. Gepufferte organische Säuren ermöglichen somit höhere Dosierungen mit der Folge, dass mehr Säuremoleküle den Magen-Farm-Trakt erreichen, was zu besseren Leistungen führen kann.




































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