Trotz der massenhaften Keulung von Nutztieren infolge der Vogelgrippe erwartet die Geflügelwirtschaft derzeit keine kurzfristigen Preissprünge bei Geflügelprodukten. Das sagte Hans-Peter Goldnick, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), im ZDF-Morgenmagazin.
Er sehe aktuell keinen Anlass zur Sorge: „Ich glaube nicht, dass wir kurzfristige Preisexplosionen erleben werden“, so Goldnick. Ein Großteil der in Deutschland verzehrten Gänse werde ohnehin aus dem Ausland importiert. „Wir müssen in den nächsten Tagen und Wochen einfach beobachten, wie sich dieser Pestzug durch Deutschland und Europa entwickelt.“
Zwar könne sich das Preisniveau verändern, wenn sich die Lage deutlich verschärfe, doch insgesamt bleibe die Situation aus seiner Sicht beherrschbar. „Grundsätzlich glaube ich, dass wir das im Griff behalten können“, sagte Goldnick.
Stallpflicht als wichtigste Maßnahme
Um eine weitere Ausbreitung der Vogelgrippe zu verhindern, fordert der Verbandspräsident ein bundesweites Aufstallungsgebot. „Das ist eine der wichtigsten Maßnahmen, die die Politik jetzt treffen kann“, betonte er.
Eine solche Stallpflicht verpflichtet Geflügelhalter, Tiere aus Freilandhaltungen in geschlossenen Ställen zu halten, um das Risiko einer Ansteckung durch Wildvögel zu verringern.
„Wenn alle Biosicherheitsmaßnahmen in den Betrieben konsequent eingehalten werden, haben wir eine gute Chance, das Virus draußen zu halten“, sagte Goldnick. „Dann gibt es auch zu Weihnachten ausreichend Geflügelfleisch und Eier.“
Nur rund 20 Prozent der Gänse, die in Deutschland konsumiert werden, stammen aus heimischer Produktion; etwa 80 Prozent werden aus Ungarn und Polen importiert. Die traditionelle Schlachtsaison beginnt kurz vor dem Martinstag am 11. November.
Uneinigkeit bei Einschätzung der Preisentwicklung
Während der Zentralverband Gelassenheit signalisiert, bewerten andere Branchenvertreter die Lage kritischer. Robert Schmack, Vorsitzender des Landesverbands der Bayerischen Geflügelwirtschaft, sagte im Bayerischen Rundfunk: „Auch bei uns wird es dramatisch sein, und Eierpreise, die sich dann um die Hälfte noch mal erhöhen, halte ich nicht für ausgeschlossen.“




































Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.