Preisschock, Streit um Bioeier, Super-GAU-Debatte: Das bewegte die Branche im März 2025

22 Dezember 2025
Gesellschaft
rückblick märz

Zum Jahresende blickt Geflügelnews zurück auf die Themen, die Leserinnen und Leser besonders beschäftigten. Im März 2025 standen wirtschaftliche Ungleichgewichte, extreme Marktlagen und eine international kontrovers diskutierte Idee zur Vogelgrippe im Mittelpunkt des Interesses.

Bioeier sorgen für Streit um Erlöse

Die meiste Aufmerksamkeit erhielt im März ein Beitrag zur Eiervermarktung im Biosegment. Bio-Legehennenhalter in Niedersachsen kritisierten deutliche Unterschiede bei den Auszahlungspreisen für identische Verbandsware. Nach Angaben des Naturland-Landwirts Bernhard Brand zahlten Packstellen für dieselben Bioeier teils bis zu 3,5 Cent pro Ei weniger.

Hinzu kamen regionale Unterschiede zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Für einen Naturland-Betrieb mit 12.000 Legehennen kann diese Preisdifferenz einen Erlösunterschied von rund 100.000 Euro pro Jahr bedeuten. Die betroffenen Betriebe kündigten an, diese Ungleichbehandlung künftig nicht mehr hinzunehmen.

Experten warnen vor gefährlichem Vogelgrippe-Vorschlag

Große Resonanz erzielte auch ein Artikel zu einem umstrittenen Vorstoß aus den USA. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hatte vorgeschlagen, die Vogelgrippe gezielt auf Geflügelfarmen zu verbreiten, um resistente Tiere zu identifizieren.

Fachleute reagierten mit scharfer Kritik. Die Geflügeltierärztin Rocio Crespo von der North Carolina State University bezeichnete den Ansatz als verantwortungslos. Sie warnte vor massiven Tierverlusten und wies darauf hin, dass das Virus sämtliche Organe befällt und in der Praxis stets zur vollständigen Tötung betroffener Bestände führt.

Eierpreise steigen weiter auf Rekordniveau

Ein drittes stark gelesenes Thema betraf erneut den angespannten Eiermarkt. Die Preise erreichten europaweit neue Höchststände. Das Angebot blieb extrem knapp, während die Nachfrage auf hohem Niveau verharrte. Eine Entspannung zeichnete sich nicht ab, selbst saisonale Effekte wie die Karnevalszeit brachten keine Entlastung.

Eier aus allen Haltungsformen blieben Mangelware. Zwar konnten Handel und Packstellen die Grundversorgung sichern, zusätzlicher Bedarf ließ sich jedoch nicht decken. Leere Spotmärkte und voll ausgelastete Packstellen prägten die Lage. Vielen Marktteilnehmern blieb nur, bei ihren Kunden um Geduld zu werben.

Text:
Cordula Moebius

Cordula Moebius

Mehr von diesem Autor
Bild: Christa Diekmann-Lenartz

Reagieren

Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.