Der August 2025 zeigte, wie breit die Themen in der Geflügelbranche gefächert sind. Ein international alarmierendes Seuchengeschehen, praxisnahe Lösungen für die Freilandhaltung und ein außergewöhnliches Beispiel für Direktvermarktung gehörten zu den meistgelesenen Beiträgen auf Geflügelnews.
Vogelgrippe erreicht die US-Milchwirtschaft
Das größte Interesse galt einem Bericht aus den Vereinigten Staaten. Dort hat sich die Vogelgrippe A(H5N1) zu einer ernsten Bedrohung entwickelt, die weit über die Geflügelhaltung hinausgeht. Wissenschaftler wiesen das Virus nicht nur in Geflügelbeständen nach, sondern auch in Milch, auf Melkmaschinen, im Abwasser sowie als Aerosol in der Stallluft von Milchviehbetrieben in Kalifornien.
Bereits rund 28 Millionen Stück Geflügel mussten in den USA getötet werden. Besonders beunruhigend ist die hohe Anfälligkeit von Milchkühen. Das Virus bindet an Rezeptoren in Eutern und Atemwegen, wodurch sowohl die Milch als auch die Luftübertragung eine zentrale Rolle bei der Ausbreitung spielen könnten. Fachleute sprechen vom größten Ausbruch einer Infektionskrankheit in der US-Milchwirtschaft seit rund 100 Jahren.
Ziegen und Hunde gegen Beutegreifer
Große Resonanz fand auch ein Beitrag zum Herdenschutz in der Freilandhaltung von Legehennen. In einem Online-Seminar des Netzwerks Fokus Tierwohl berichtete Johannes Heer von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen über Strategien gegen Beutegreifer wie Habicht, Fuchs oder Marder.
Diese Tiere verursachen jährlich teils erhebliche Verluste. Schätzungen zufolge gehen allein durch Greifvögel bundesweit bis zu zehn Prozent der Bestände verloren. Klassische Maßnahmen wie Zäune oder Netze stoßen oft an praktische oder wirtschaftliche Grenzen. Der Einsatz von Herdenschutztieren wie Ziegen oder Hunden kann im Auslauf jedoch eine wirksame Ergänzung darstellen und sowohl Tierverluste als auch den Arbeitsdruck reduzieren.
Mit 15 Jahren erfolgreich in der Direktvermarktung
Ein ganz anderes, aber ebenso stark beachtetes Thema lieferte ein Beitrag aus den Niederlanden. Der 15-jährige Jan aus Haarlem verkauft mit seinem Projekt „KleverEi“ wöchentlich rund 600 Eier an etwa 100 Haushalte. Bestellungen organisiert er über WhatsApp, ausgeliefert wird per Fahrrad.
Inspiriert von seinem Großvater, der früher einen Eierbetrieb führte, startete Jan früh mit der Direktvermarktung. Inzwischen hat er sein Angebot erweitert und verkauft zusätzlich Honig, Marmelade und Erdnussbutter. Das Beispiel zeigt, wie digitale Werkzeuge und Unternehmergeist neue Wege in der regionalen Vermarktung eröffnen können.
































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