Neue Ställe, neue Wege, höhere Kosten: Das bewegte die Geflügelbranche im September 2025

28 Dezember 2025
Gesellschaft
zwei landwirte

Der September 2025 stand im Zeichen unternehmerischer Entscheidungen und wirtschaftlicher Debatten. Investitionen in die Bio-Geflügelhaltung trafen auf eine Studie, die deutlich steigende Kosten in der Hühnerfleischproduktion prognostiziert. Diese drei Themen interessierten die Leserinnen und Leser von Geflügelnews besonders.

Familie Raming setzt auf Bio-Junghennenaufzucht

Große Aufmerksamkeit erhielt der Bericht über die Neuausrichtung des Betriebs der Familie Raming im niedersächsischen Geeste-Osterbrock. Vor drei Jahren stand der Familienbetrieb vor der Wahl: hohe Investitionen in die Sauenhaltung oder ein kompletter Neustart. Die Entscheidung fiel gegen den Verbleib in der Ferkelerzeugung und für den Einstieg in die Bio-Junghennenaufzucht.

Stephan und Bernadette Raming bewirtschaften 135 Hektar landwirtschaftliche Fläche. Neben einer Biogasanlage und Photovoltaik war die Sauenhaltung lange ein zentraler Betriebszweig. Neue gesetzliche Vorgaben hätten jedoch umfangreiche Stallumbauten erfordert. Der Wechsel zur Junghennenaufzucht erwies sich als zukunftsfähige Alternative, zumal Brütereien und Vermarkter derzeit verstärkt Aufzuchtkapazitäten suchen. Ein Tag der offenen Tür im neuen Stall stieß entsprechend auf großes Interesse.

Bio-Legehennenstall in Groß-Bersen feierlich eröffnet

Ebenfalls stark nachgefragt war der Bericht über den neuen Bio-Legehennenstall der Familie Behnen in Groß-Bersen. Am 5. September 2025 öffnete die HMB GbR ihre Türen für Besucher und stellte den modernen Stall für 15.000 Bio-Legehennen vor.

Der Betrieb, bislang vor allem in der Milchviehhaltung aktiv, hat sich mit dem Neubau ein weiteres wirtschaftliches Standbein geschaffen. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort über Bauweise, Tierhaltung und Vermarktung zu informieren. Der neue Stall steht beispielhaft für den anhaltenden Ausbau der Bio-Legehennenhaltung in Deutschland.

Studie warnt vor steigenden Kosten durch ECC

Für intensive Diskussionen sorgte im September eine Studie der Universität Wageningen zum European Chicken Commitment (ECC). Die Untersuchung analysierte die Auswirkungen des Systems auf Wirtschaft, Umwelt und Lebensmittelsicherheit in sechs EU-Ländern.

Das Ergebnis: Die Einführung des ECC verteuert die Hühnerfleischproduktion in allen betrachteten Staaten. Im Durchschnitt steigen die Produktionskosten um rund 19 Prozent auf Betriebsebene. Auch nach Schlachtung und Verarbeitung bleiben die Mehrkosten hoch. Für Deutschland fallen die Effekte besonders ins Gewicht, da hier bereits strengere gesetzliche Vorgaben gelten. Die Studie lieferte damit neue Argumente für die Debatte um Tierwohl, Wettbewerbsfähigkeit und Verbraucherpreise.

Geflügelnews
Bild: Christa Diekmann-Lenartz

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