Eine neue Studie der Universität Wageningen zeigt: Das European Chicken Commitment (ECC) erhöht die Produktionskosten in allen untersuchten EU-Ländern. Besonders für Deutschland sind die Auswirkungen relevant, da strengere gesetzliche Vorgaben bereits bestehen.
ECC-Studie zeigt höhere Produktionskosten in Europa
Die Einführung des European Chicken Commitment (ECC) wird die Hühnerfleischproduktion in Europa verteuern. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der Universität Wageningen hervor, die die Auswirkungen des ECC auf Wirtschaft, Umwelt und Lebensmittelsicherheit in sechs EU-Ländern analysierte: Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen und die Niederlande.
Im Durchschnitt steigen die Produktionskosten laut Bericht um 19 Prozent auf Betriebsebene, um 16 Prozent nach der Schlachtung und um 19 Prozent nach der Verarbeitung.
Auswirkungen auf Deutschland
Für Deutschland berechneten die Forscher zusätzliche Kosten von 19,9 Cent pro Kilogramm Lebendgewicht. Grund ist die in Deutschland gesetzlich vorgeschriebene niedrigere Besatzdichte in konventionellen Haltungssystemen, die bereits vor der Einführung von ECC gilt. Damit fallen die Mehrkosten hier deutlicher ins Gewicht als in einigen anderen Ländern.
Vergleich mit anderen EU-Ländern
- Frankreich: +19,4 Cent, verursacht durch geringeres Schlachtgewicht.
- Italien: +19,2 Cent, bedingt durch niedrigere Unterkunfts- und Arbeitskosten.
- Spanien: +18,3 Cent, beeinflusst durch warmes Klima und geringere Lohnkosten.
- Polen: +17,8 Cent, niedrigster Kostenanstieg aller Länder, vor allem durch geringe Arbeits- und Unterbringungskosten.
Die Niederlande wiesen mit bis zu 27,8 Cent den höchsten Anstieg auf, da dort im Detail verschiedene Varianten (mit und ohne Entladen) verglichen wurden.
Umwelt und Lebensmittelsicherheit
Die Studie zeigt, dass ECC auch ökologische und gesundheitliche Folgen hat. Der CO₂-Fußabdruck ist auf Betriebsebene um 6 Prozent höher, nach Verarbeitung sogar um 11 Prozent. Zugleich bringt ECC aber einen wichtigen Vorteil für die Lebensmittelsicherheit: Der Einsatz von Antibiotika liegt in ECC-Betrieben mit langsam wachsenden Masthühnern laut Felddaten aus den Niederlanden um 80 bis 85 Prozent niedriger als in konventionellen Systemen.
Fazit für Deutschland
Für die deutsche Geflügelwirtschaft bedeutet die Einführung von ECC einen deutlichen Kostenanstieg. Dennoch könnte die Maßnahme langfristig Vorteile für Tierwohl und Lebensmittelsicherheit bringen. Politisch und wirtschaftlich stellt sich die Frage, wie die höheren Kosten entlang der Wertschöpfungskette abgefedert werden können – insbesondere im Wettbewerb mit Ländern wie Polen und Spanien, die deutlich günstiger produzieren.

































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