Trotz des eher zurückhaltenden Investitionsklimas in der Landwirtschaft hat die Landwirtschaftliche Rentenbank 2024 bei der Förderung von Stallum- und -neubauten ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr vermeldet. Am stärksten war der Zuwachs bei Geflügelställen.
Für die Landwirtschaftliche Rentenbank war das Jahr 2024 in einem „herausfordernden Umfeld“ ein starkes Förderjahr. Über Programmkredite refinanzierte die Förderbank Investitionen in Höhe von insgesamt 3,6 Mrd. Euro. Das war gegenüber dem Vorjahr (6,1 Mrd. Euro) zwar ein Rückgang von 41,1 Prozent. Angesichts des eher zurückhaltenden Investitionsklimas in der Landwirtschaft sieht Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Rentenbank, die Zahlen von 2024 positiv.
„Hohe Preise, wachsende Unsicherheit und der Mangel an Arbeitskräften sind nur einige der Herausforderungen, vor denen die grüne Branche steht. Als Rentenbank bieten wir Lösungen für diese Herausforderungen und unterstützen die Branche dabei, sich durch Investitionen wettbewerbsfähig aufzustellen“, sagte sie auf der Bilanzpressekonferenz.
Den volumenmäßig stärksten Rückgang verzeichneten 2024 die Fördersparten „Agrar- und Ernährungswirtschaft“, „Erneuerbare Energien“ sowie „Ländliche Entwicklung“. Hier wirkte sich unter anderem der hohe EU-Basiszinssatz aus. Bei einem hohen EU-Basiszinssatz können Förderbanken entweder nur hohe beihilfefreie Zinskonditionen gewähren oder es entstehen hohe Beihilfewerte.
45 Prozent mehr Geflügelställe gefördert
Beim Programmkreditgeschäft lag 2024 in der Landwirtschaft der Fokus auf den Bereichen Stallneu- und -umbau sowie der Förderung der Hofnachfolge. Insgesamt hat die Rentenbank im vergangenen Jahr Stallum- und -neubauten mit 290 Mio. Euro gefördert, 60 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Damit wurden Investitionen in knapp 20 Prozent mehr Rinderställe, 30 Prozent mehr in Schweineställe und über 45 Prozent mehr in Geflügelställe refinanziert. Von den 290 Mio. Euro gingen rund 40 Mio. Euro in den „Stallumbau für mehr Tierwohl“.
Im vergangenen Jahr unterstützte die Rentenbank Junglandwirtinnen und Junglandwirte mit Darlehen in Höhe von 472,7 Mio. Euro. Gleichzeitig wurden über das Zukunftsfeld „Hofnachfolgerinnen und Existenzgründerinnen“ Frauen, die einen Betrieb übernehmen oder ein Unternehmen in der Landwirtschaft gründen, mit 16,7 Mio. Euro gefördert.
Klimabilanz-Erstellung wird bald gefördert
Eine Maßnahme zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks von landwirtschaftlichen Betrie¬ben ist die Erstellung einer Klimabilanz. Deshalb fördert die Rentenbank ab Juli 2025 die Erstellung einer solchen Bilanz mit einem Zuschuss. Der Zuschuss beträgt 1.000 Euro oder maximal 90 Prozent der Kosten. Zudem wird die Rentenbank im Laufe des Jahres einen Klimabonus anbieten. Das ist ein Zinsbonus auf Investitionen von Betrieben, die schon eine CO2-Bilanz vorweisen können.
Nikola Steinböck berichtete auf der Bilanzpressekonferenz auch über das erste Quartal 2025. Die Rentenbank ist hier stark gestartet: „Es wird wieder mehr investiert und wir als Rentenbank konnten diese Investitionen refinanzieren. Bei den Erneuerbaren Energien ist der EU-Basiszins wie erwartet der absolute Gamechanger – seitdem er sinkt, können wir wieder bessere Angebote machen, die auch angenommen werden.“
Geflügelbranche besonders zuversichtlich
Neben dem Thema Basiszinssatz ändere sich auch die Stimmung in der Branche. Es sei wieder etwas mehr Mut und Zuversicht zu spüren. Und der positive Blick in die Zukunft löse natürlich auch etwas aus. Zum Beispiel, dass man wieder bereit sei zu investieren. Als besonders gut hob Steinböck die Stimmung in der Geflügelbranche hervor: „Da ist die Stimmung noch ein bisschen positiver“, sagte sie. In diesem Sektor gebe es erhebliche Zuwächse.
Generell betonte sie, dass sich auch Verbraucher und Lebensmittelhandel in Richtung mehr Tierschutz und mehr Tierwohl bewegen müssten, wenn der Stallumbau und -neubau in diese Richtung weitergehen solle.
Die Landwirtschaftliche Rentenbank ist die deutsche Förderbank für die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum. Die Programmkredite werden wettbewerbsneutral über die Hausbanken der Endkreditnehmer vergeben.




































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