Der 15-jährige Jan aus Haarlem zeigt Unternehmergeist: Mit seinem Start-up „KleverEi“ verkauft er 600 Eier pro Woche über WhatsApp, liefert per Fahrrad und bietet inzwischen auch Honig, Marmelade und Erdnussbutter an. Ein Beispiel für erfolgreiche Direktvermarktung mit digitalem Ansatz.
Vom Schüler zum Direktvermarkter
Während viele Teenager mit 12 Jahren ihr erstes Taschengeld mit Rasenmähen oder Babysitten verdienen, hatte Jan Wedding aus Haarlem eine andere Idee. Inspiriert von seinem Großvater, der früher einen Eierbetrieb führte und Supermärkte belieferte, startete Jan ein eigenes kleines Geschäft: den Verkauf von frischen Eiern an Haushalte in seiner Nachbarschaft.
Heute, mit gerade einmal 15 Jahren, beliefert er wöchentlich rund 100 Kunden mit insgesamt 600 Eiern – organisiert über WhatsApp. Sein Unternehmen trägt den Namen „KleverEi“, benannt nach dem Haarlemer Stadtteil Kleverparkbuurt, in dem er lebt.
Geschäftssinn von Anfang an
Zu Beginn packte Jan die Eier noch selbst von Hand in Schachteln. Alte Kartons seines Großvaters halfen ihm dabei. Bald wechselte er zu einem neuen Lieferanten, der nicht nur günstiger war, sondern auch Bio-Eier bereits verpackt anbot. Damit sparte er Zeit und konnte sein Angebot erweitern.
Seine Preise kalkuliert er geschickt, indem er regelmäßig die Supermarktregale beobachtet:
- 10 Freiland-Eier: 4 €
- 10 Bio-Eier: 5 €
Die Resonanz ist positiv. „Viele Kunden finden es praktisch, jede Woche frische Eier nach Hause geliefert zu bekommen – und sie finden es toll, dass ich das mache“, erzählt Jan.
Vertrieb über WhatsApp
Der Clou seines Geschäfts: Die Bestellungen laufen fast ausschließlich über WhatsApp. Jan fragt seine Kunden jede Woche, wie viele Eier sie benötigen. Zwar sind nicht immer alle pünktlich mit ihren Rückmeldungen, doch das System funktioniert – und gibt ihm direkten Kontakt zu seinen Kunden.
Die Lieferung erfolgt am Wochenende – entweder per Fahrrad oder Handwagen, unterstützt von einem Freund und seiner jüngeren Schwester Roos. Die Bezahlung läuft bequem digital über Tikkie, auch wenn Jan manchmal hinter vergessenen Überweisungen herlaufen muss.
Insgesamt investiert er vier bis fünf Stunden pro Woche in Einkauf, Organisation, Lieferung und Verwaltung – ein Aufwand, der sich lohnt.
Offiziell registriert: „KleverEi“
Seit einem Jahr ist Jans Geschäft bei der Handelskammer registriert. Zwar ist sein Vater noch offiziell verantwortlich, doch den Einkauf und die Ausgaben finanziert Jan mittlerweile komplett selbst aus den Einnahmen. Anfangs halfen ihm seine Eltern beim Startkapital, doch diese Unterstützung konnte er schnell zurückzahlen.
Auch an Professionalisierung denkt er: Ein Logo existiert bereits, und in Zukunft möchte Jan Arbeitskleidung – Hoodies oder Jacken mit dem KleverEi-Branding – entwerfen, um die Wiedererkennbarkeit zu steigern.
Mehr als nur Eier: Sortimentserweiterung
Stillstehen kommt für den jungen Unternehmer nicht infrage. Inzwischen verkauft er nicht nur Eier, sondern auch Bio-Honig, Erdnussbutter und Marmelade. Sein Ziel ist klar: „Mehr Gewinn“, sagt er ganz offen. Die Sortimentserweiterung macht sein Angebot für Kunden attraktiver und steigert den Umsatz.
Digitalisierung und Unternehmergeist im Teenageralter
Jans Beispiel zeigt, wie Digitalisierung und Unternehmergeist Hand in Hand gehen können. Während viele Lebensmittelbetriebe noch über den Einstieg in digitale Vertriebskanäle nachdenken, nutzt er WhatsApp selbstverständlich als Bestell- und Kommunikationsplattform.
Sein Geschäftsmodell kombiniert:
- Regionalität (Eier und Produkte aus der Umgebung),
- Nachhaltigkeit (Lieferung per Fahrrad, Bio-Angebote) und
- Digitalisierung (Vertrieb und Bezahlung online).
Fazit: Ein Vorbild für junge Gründer
Mit Kreativität, Durchhaltevermögen und Geschäftssinn hat sich Jan in Haarlem einen Namen gemacht. Sein Unternehmen „KleverEi“ wächst Schritt für Schritt – und ist ein inspirierendes Beispiel dafür, dass auch Jugendliche mit einer guten Idee und moderner Technik erfolgreich gründen können.






































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