371 Millionen Euro für Geflügel: Usbekistan baut Produktion kräftig aus

02 September 2026
Markt Geflügelfleisch
Flagge Usbekistan

Usbekistan will seine Geflügelwirtschaft mit 371 Millionen Euro ausbauen. Bis 2028 sollen 100.000 Tonnen zusätzliches Geflügelfleisch entstehen. Auch Mischfutterwerke und Schlachtereien sollen wachsen.

Usbekistan will 371 Millionen Euro in seine Geflügelwirtschaft investieren. Damit will das zentralasiatische Land die heimische Geflügelfleischproduktion steigern, zusätzliche Kapazitäten für Mischfutter schaffen und seine Schlachtereien modernisieren.

Die Regierung stellte die Pläne bei einer Sitzung mit Präsident Shavkat Mirziyoyev vor. Bis 2028 sollen die Investitionen eine zusätzliche Geflügelfleischproduktion von 100.000 Tonnen ermöglichen.

Usbekistan baut auch Mischfutterproduktion aus

Die Pläne reichen über den Ausbau der Tierhaltung hinaus. Usbekistan will zugleich die jährliche Produktionskapazität für Mischfutter auf 3,3 Millionen Tonnen erhöhen.

Auch bei der Verarbeitung soll sich einiges ändern. Derzeit werden lediglich 20 Prozent des Geflügels über moderne Schlachtsysteme verarbeitet. Bis 2028 soll dieser Anteil auf 50 Prozent steigen.

Präsident Mirziyoyev forderte die zuständigen Behörden auf, die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Projekte genau zu prüfen und die Finanzmittel gezielt einzusetzen. Digitale Systeme sollen zudem Buchführung und Überwachung verbessern.

Hinter den Investitionen steht auch das Ziel, die Bevölkerung zuverlässiger mit qualitativ hochwertigen und bezahlbaren Geflügelprodukten zu versorgen.

Usbekistan will Abhängigkeit von Fleischimporten verringern

Das Geflügelprogramm ist Teil eines deutlich größeren Investitionspakets für die Vieh- und Geflügelwirtschaft. Insgesamt sollen rund 773 Millionen Euro fließen.

Unter anderem plant Usbekistan Investitionen in neue Rinderbetriebe und den Import von Zuchttieren. Damit will das Land seine Fleischproduktion um weitere 190.000 Tonnen steigern und die Lücke zwischen heimischer Erzeugung und Nachfrage verkleinern.

Diese Lücke ist beträchtlich: Der jährliche Fleischbedarf des Landes wird auf rund 2,15 Millionen Tonnen geschätzt. Dem steht derzeit eine Produktion von etwa 1,6 Millionen Tonnen gegenüber. Der Ausbau der eigenen Lebensmittelproduktion gehört deshalb seit Längerem zu den politischen Prioritäten des Landes.

Ausländische Unternehmen investieren in Geflügelproduktion

Beim Ausbau der Geflügelwirtschaft setzt Usbekistan auch auf ausländisches Kapital. Die belarussische Servolux Group begann im Juli 2026 mit dem Bau eines integrierten Agrarkomplexes für Geflügelfleisch und Futtermittel. Das Unternehmen will dafür rund 146 Millionen Euro investieren.

Bereits in der ersten Projektphase von 2026 bis 2027 soll eine Kapazität von jährlich 75.000 Tonnen Geflügelfleisch entstehen. Bis 2028 soll der Standort außerdem mehr als 200.000 Tonnen Futtermittel pro Jahr herstellen können.

Geflügelproduktion wächst langsamer als geplant

Mit dem neuen Investitionsprogramm will die Regierung der zuletzt stockenden Entwicklung der Geflügelwirtschaft neuen Schwung geben. Usbekistan verfolgt bereits seit einigen Jahren ehrgeizige Ausbaupläne und zählt damit zu den Ländern Zentralasiens, die besonders stark in ihre Geflügelproduktion investieren.

Seit April 2025 können Geflügelbetriebe im Land 50 Prozent der Mehrwertsteuer aus dem Staatshaushalt erstattet bekommen. Mit dieser Unterstützung wollte Usbekistan seine Geflügelproduktion bereits 2025 deutlich steigern.

Geplant war ein Wachstum von 800.000 Tonnen im Jahr 2024 auf eine Million Tonnen 2025. Aktuelle Produktionszahlen liegen allerdings nicht vor. Die Entwicklung der Geflügelbestände deutet darauf hin, dass Usbekistan dieses Ziel wahrscheinlich verfehlt hat.

Die neuen Investitionen sollen nun dafür sorgen, dass die Produktion weiter wächst und das Land einen größeren Teil seines Fleischbedarfs aus eigener Erzeugung decken kann.

Geflügelnews, Tom Schotman
Bild: AdobeStock_diy13
Quelle: Sterke Erven Pluimvee, Poultry World

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