Futtermittelwirtschaft 2025: Geflügelfutter wächst trotz sinkender Tierbestände

12 September 2025
Deutschland
DVt Jahrestagung

Cord Schiplage, Präsident des Deutschen Verbands Tiernahrung (DVT)

Die deutsche Futtermittelwirtschaft zeigt sich stabil: 2024/25 stieg die Produktion auf 22,2 Mio. Tonnen. Besonders Geflügelfutter legte zu – trotz sinkender Tierzahlen. Auf der DVT-Jahrestagung forderte Präsident Cord Schiplage klare politische Rahmenbedingungen und betonte die Bedeutung einer sicheren Eiweißversorgung.

Auf der 25. Jahrestagung des Deutschen Verbands Tiernahrung (DVT) hat Präsident Cord Schiplage Politik und Gesellschaft zu klaren Entscheidungen aufgerufen. Unter dem Leitthema „Die Zukunft nachhaltiger Tierhaltung und Tierernährung – eine Momentaufnahme nach dem Politikwechsel“ betonte er, dass die Futtermittelwirtschaft stabile Rahmenbedingungen brauche, um investieren und ihre Rolle in der Lebensmittelkette festigen zu können.

DVT-Jahrestagung 2025 – Appell an Politik und Gesellschaft

Schiplage verwies auf den Regierungswechsel in Deutschland und die damit verbundenen Erwartungen an die Branche. Viele Entscheidungen stünden noch aus, während Haushaltsberatungen für 2026 bereits liefen. Bürokratie und Überregulierung, etwa bei Nachhaltigkeitsberichterstattung oder Genehmigungsverfahren, belasteten Unternehmen erheblich und schwächten die Wettbewerbsfähigkeit.

Geflügelfutter mit stabilem Wachstum

Trotz langfristig rückläufiger Tierbestände legte die deutsche Mischfutterproduktion 2024/25 leicht zu. Insgesamt wurden 22,2 Millionen Tonnen hergestellt – ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders das Segment Geflügelfutter entwickelte sich positiv: Für Nutz- und Mastgeflügel stieg die Produktion um 2,5 Prozent auf rund 6,5 Millionen Tonnen.

Preislich zeigte sich jedoch ein Rückgang. Laut Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) sanken die Erzeugerpreise für Broilerfutter im Zwölfmonatsvergleich bis Juni 2025 um knapp ein Prozent, bei Legehennenfutter um 2,3 Prozent.

Auditorium auf der 25. Jahrestagung des Deutschen Verbands Tiernahrung (DVT)

Eiweißversorgung als zentrale Herausforderung

Ein Schwerpunkt der Tagung war die Eiweißversorgung. Schiplage machte deutlich, dass sowohl tierisches als auch pflanzliches Eiweiß notwendig seien, um die Weltbevölkerung zu ernähren. Allein eine pflanzenbasierte Produktion reiche nicht aus. Die Futtermittelwirtschaft leiste zudem einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft, indem sie Co-Produkte nutzt, die für die menschliche Ernährung nicht geeignet sind.

Das aktuelle Feed Protein Balance Sheet bestätigt, dass 88 Prozent der Eiweißversorgung in Deutschland durch heimische Futtermittel gedeckt werden. Die Eiweißlücke von rund zwölf Prozent wird weiterhin durch Importe, vor allem Sojaschrot, geschlossen.

Tierbestände in Deutschland weiter rückläufig

Die Tierzahlen in Deutschland sanken auch 2025, wenn auch weniger stark als zuvor. Im Mai wurden 20,9 Millionen Schweine gezählt – 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr. In der Rinderhaltung war der Rückgang deutlicher: Die Gesamtzahl sank um 2,7 Prozent auf 10,3 Millionen Tiere. Besonders stark betroffen waren Milchkühe und Kälber.

Schiplage betonte, dass die Branche Innovationen wie neue Züchtungstechniken brauche, um Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu verbinden. Klarheit und Verlässlichkeit der politischen Rahmenbedingungen seien dafür unverzichtbar.

 

Geflügelnews
Bild: DVT
Quelle: DVT

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