Friedrich-Otto Ripke: 13 Jahre für die Geflügelbranche
27 Oktober 2026
Deutschland
Die diesjährige Mitgliederversammlung des Landesverbandes der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft, NGW, stand unter einem besonderen Vorzeichen: Der langjährige Vorsitzende Friedrich-Otto Ripke wurde verabschiedet. Weggefährten und Mitstreiter, aber auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, würdigten seine Verdienste.
Die Liste der Ehrengäste war sehr lang auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Landesverbandes der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft, NGW. Der Einladung nach Dötlingen gefolgt waren nicht nur zahlreiche Spitzenvertreter der in Niedersachsen ansässigen vor- und nachgelagerten Wirtschaft. Gekommen waren auch politische Weggefährten, Wissenschaftler und Angehörige befreundeter Verbände und Organisationen, um Friedrich-Otto Ripke gebührend zu verabschieden. Dabei wurde nicht mit Lob und persönlichem Dank gespart.
Sachlich diskutieren und netzwerken
Immer wieder genannt wurde in den Grußworten sein großes Talent zum Netzwerken, seine Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen und Brücken zu bauen oder seine fachliche Expertise. Wichtig war für den studierten Landwirt, die Wissenschaft miteinzubinden, auch, um strittige Diskussionen zu versachlichen und gemeinsam Lösungsansätze zu liefern. Tierwohl, Reduzierung von Antibiotika und Emissionen, Schnabelbehandlung oder Kükentöten sind dabei nur einige Themen. Niedersächsische „Lösungen“ hatten dabei Strahlkraft über das Bundesland hinaus.
Friedrich-Otto Ripke stand 13 Jahre lang an der Spitze des NGW. Seit 2013 war er der 1. Vorsitzende des mit rund 1.600 Mitgliedern größten Landesverbandes der Branche. Von 2016 bis 2024 war er zudem Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft, ZDG. Paul-Heinz Wesjohann, Seniorchef der PHW-Gruppe: „Der ZDG hat unter Dir an Bekanntheit und Respekt gewonnen“, sagte er.
Ernennung zum Ehrenpräsidenten
Vor seiner Zeit beim NGW war Ripke - als erfahrener Kommunalpolitiker – zum Staatssekretär in das Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium berufen worden. Dieses Amt hatte er acht Jahre inne. Für seine langjährigen Verdienste und sein herausragendes Engagement für den NGW ernannten ihn die Mitglieder zum Ehrenvorsitzenden.
Doch auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) ging in seinem Grußwort an die NGW-Mitglieder und Ehrengäste auf die Verdienste von Friedrich-Otto Ripke für das Land Niedersachsen und sein ehrenamtliches Engagement im kommunalen und kirchlichen Bereich ein. Dafür zeichnete er ihn mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens aus.
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Neue Gesichter beim NGW: Die neue stellvertretende Geschäftsführerin Nelly Wendt (l.) und die neue 1. Vorsitzende Angela Wegener
Geflügelbranche ist im Aufwind
Friedrich-Otto Ripke zeigte sich bei seinen Dankesworten überzeugt, dass der Aufwind, in dem sich die Geflügelbranche derzeit befindet, weiter anhalten wird. Er appellierte an den NGW, Mitstreiter in anderen Fachorganisationen und Verbänden des Agrarsektors zu gewinnen, um den wachsenden Geflügelsektor voranzubringen.
Ein wichtiger Punkt dabei ist die Bekämpfung der Vogelgrippe. Sie hängt nach wie vor als Damoklesschwert über der Branche. Deshalb mahnte Ripke eindringlich, die Möglichkeit der Impfung gegen die Vogelgrippe voranzubringen. Auch hierfür hat er in seiner Amtszeit gekämpft. Einen bedeutenden Schritt hat er mit auf den Weg gebracht: Im kommenden Jahr soll ein Praxisversuch zur Impfung von Gänsen in Niedersachsen starten.
Nachfolgerin ist Hähnchenmästerin Angela Wegener
Die NGW-Mitgliederversammlung war aber nicht nur geprägt von einem Rückblick auf die „Ära Ripke“. Man schaute auch nach vorn, es wurde eine Nachfolgerin für den scheidenden Vorsitzenden gewählt. Einstimmig gewählt wurde Angela Wegener. Die 50-Jährige stammt aus Hassel (Landkreis Nienburg) und lebt dort mit ihrer Familie auf dem elterlichen Betrieb. Die gelernte Köchin studierte Agrarökonomie in Hohenheim und Göttingen. Im Anschluss absolvierte sie ein Volontariat bei der landwirtschaftlichen Wochenzeitschrift „Land & Forst“ in Hannover.
Heute bewirtschaftet sie gemeinsam mit ihrer Familie und ihrem Bruder den landwirtschaftlichen Familienbetrieb. Dort werden Weizen, Mais, Raps und Gerste sowie insbesondere Zuckerrüben und Kartoffeln angebaut. Darüber hinaus gibt es eine Biogasanlage und es werden Schweine und Hähnchen gemästet. 2023 stellte Angela Wegener die Hähnchenmast auf Haltungsform 3 mit einer langsam wachsenden Rasse um. Auf dem Betrieb arbeiten drei Generationen sowie Mitarbeitende und Auszubildende zusammen. Mit Angela Wegener steht erstmals eine Frau an der Spitze des NGW.
Die stellvertretenden Vorsitzenden Carola Reiners, Thomas Korte und Henner Schönecke wurden auf der Mitgliederversammlung in ihren Ämtern bestätigt.
Nelly Wendt ist stellvertretende Geschäftsführerin
Darüber hinaus stellt der NGW auch in seiner Geschäftsstelle die Weichen für die Zukunft. Seit dem 1. September 2026 ist Nelly Wendt als stellvertretende Geschäftsführerin tätig. Zum 1. Juli 2027 wird sie die Geschäftsführung von Dieter Oltmann übernehmen, der dann in den Ruhestand tritt. Nelly Wendt (36) stammt aus Lüneburg und lebt ebenfalls im Landkreis Nienburg mit ihrer Familie auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Die studierte Agrarökonomin ist nach Stationen in der Wirtschaft, im Niedersächsischen Landtag sowie dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz nun für den NGW tätig.
PM / Christa Diekmann-Lenartz
Bild:
Christa Diekmann-Lenartz
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