Der Gemeinsame Bundesausschuss ist das oberste Gremium der Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen. Er empfiehlt jetzt die jährliche Grippe-Impfung ohne Altersbeschränkung für alle, die privat oder beruflich regelmäßig mit Geflügel, Wildvögeln, Schweinen oder Robben zu tun haben.
Der Gemeinsame Bundesausschuss, (G-BA) entscheidet in Deutschland, welche medizinischen Leistungen und Medikamente von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Jetzt ist der G-BA einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut gefolgt. Der G-BA empfiehlt demnach die saisonale Grippe-Impfung ergänzend zu den bisherigen Indikationen für alle Personen, die im privaten Umfeld häufigen, regelmäßigen und direkten Kontakt zu Geflügel, Wildvögeln (frei und gehalten), Schweinen und Robben haben.
Neu: Impfempfehlung bei Kontakt zu Schweinen und Robben
Bei den beruflichen Indikationen gibt es eine Neufassung bezüglich der Grippe-Impfung. Die Impf-Empfehlung gilt jetzt für „Personen einschließlich Auszubildenden, Praktikantinnen und Praktikanten, Studierenden und ehrenamtlich Tätigen, die beruflich einen häufigen, regelmäßigen und direkten Kontakt zu zum Beispiel Schweinen, Geflügel, Wildvögeln (frei und gehalten) und Robben haben und tätig sind in Nutztierhaltungen, Zoos oder Tierparks, Tierheimen oder Auffangstationen, Tierarztpraxen oder Schlachthöfen“.
Bisher galt diese berufliche Indikation nur für Personen, die mit Geflügel oder Wildvögeln Kontakt haben. Die STIKO änderte dies ab aufgrund der vermehrten Nachweise von Vogelgrippe in „diversen Säugetierklassen“. Durch alle die genannten Tiere könne die Vogelgrippe mit ihren hochpathogenen Virustypen übertragen werden.
Entwicklung humanpathogener Varianten vorbeugen
Allerdings sollen durch die Grippe-Impfung nicht primär nur Einzelinfektionen verhindert werden. Es soll das Risiko vermindert werden, dass sich genetisch veränderte Influenza-Viren (Reassortanten) entwickeln könnten, die möglicherweise eine bessere Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch erlangen und pandemisches Potenzial besitzen. Die Empfehlung diene somit primär dem Bevölkerungsschutz, um so der Möglichkeit der Entwicklung einer Influenza-Epidemie oder -Pandemie entgegenzuwirken. Das schreibt der G-BA in seiner Begründung.
Die neuen Empfehlungen gelten vorbehaltlich der Prüfung durch das Bundesministerium für Gesundheit und Veröffentlichung im Bundesanzeiger.

































Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.